24. November 2018
Vladimir
3918km gefahren
 
Petrovac-Vladimir, 49km 
Der Tag hatte schon gut begonnen. Diszipliniert, wie wir nunmal sind, haben wir um acht Uhr begonnen unser Müsli genüsslich zu verdrücken. Der prophezeite Regen in der Nacht blieb aus und wir konnten bei Sonnenschein pünklich um viertel nach Zehn starten. Das Ziel war bis kurz vor die Albanische Grenze zu kommen, um diese am nächsten Tag zeitig zu überqueren. Die ersten 35 Kilometer verliefen so wie wir es vom Vortag gewohnt waren. Immer auf und ab an der Mittelmeerküste entlang. Gerade Strecke war eher die Ausnahme. Angekommen in Bar, der nächsten größeren Stadt am Meer wurden wir stehend vor einer orthodoxen Kirche von einem jungen Montenegriener angesprochen, der uns sehr freundlich auf englisch den besten Weg zur Grenze beschrieben hat. Also haben wir Bar gen Landesinnere verlassen, was bedeutete, dass wir erstmal einen ordentlichen Anstieg bewältigen mussten. Etwas Angst und Bange war uns zunächst. Im Endeffekt ging es schneller als gedacht und als es nicht mehr bergauf ging, haben wir erstmal unsere ersehnte Brotzeit gehalten. Da wir bis hierher schon 38 Kilometer auf dem Tacho hatten, mussten wir nicht mehr viel fahren. Dies bestätigte uns dann auch ein netter Mann am Straßenrand bei dem wir ein paar Mandarinen und Kiwis gekauft haben. Also haben wir nach 49 Kilometern nochmal eingekauft und sind gleich danach gegen viertel vor vier in eine kleine Siedlung abgebogen, um einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Einfacher als gedacht... Bei dem ersten Haus, wo wir nachgefragt haben,  wurden wir direkt, wie selbstverständlich, auf die gegenüberliegende Wiese geführt. Ein bisschen eupforisiert von der schnell beendeten Suche, haben wir schnell die Zelte aufgebaut und uns in die Abendschale geschmissen. Als wir dann grad mit dem Schnibbeln und Kochen begonnen haben, kam von dem selben Haus, wo wir gefragt hatten, eine alte Dame zu uns und hat uns leckere kleine Pfannekuchen mit Feigenhonig gebracht, was wohl ein albanische Spezialität ist. Als wir diese genüsslich verdrückt hatten, fing es grad an etwas zu regnen und wir haben unsere Kochsession unterbrochen, alles in den Zelten verstaut und den lehren Teller wieder zurück zum Haus gebracht. Dort wurden wir promt hineingebeten. Mit der alten Dame konnten wir uns leider überhaupt nicht verständigen und genauso verhielt es sich mit den beiden Männern, die eine Generation jünger waren und eine halbe Stunde später dazu kamen. Mit ihnen war es uns jedoch möglich per Google Übersetzer einen halbwegs verständlichen Austausch zu kreieren. Trotz dieser Verständigungsprobleme war die Herzlichkeit dieser Leute sehr deutlich zu spüren. Um den ganzen nach einiger Zeit etwas auf die Sprünge zu helfen, hat Antonius einmal mit seinem Freund Amarildo in Deutschland telefoniert, der einmal auf Deutsch und Albanisch übersetzt hat. So konnte er uns sehr schnell erzählen was er von uns wollte. Inzwischen hatte der Regen noch ordentlich zugenommen und es sollte die ganze Nacht regnen. Der eine Herr, Herr Avdullah, hat sein Haus nur etwa 100m entfernt stehen und bot uns an in seiner offenen Garage zu schlafen. Wir haben das Angebot dankend angenommen und zuzüglich ist er extra mit seinem Kleintransporter rückwärts auf die Wiese vorgefahren und wir konnten alle Sachen bis auf die Zelte in den Wagen schmeissen und er hat alles nach oben gebracht und hat den Wagen rückwärts in seine offene Garage gefahren. Somit konnten wir etwas später noch entspannt unter dem Dach kochen, essen und schließlich in den Kleintrasporter klettern, um dort zu schlafen. Im Endeffekt war dies mal wieder ein rundum gelungener Tag.
23. November 2018
Petrovac
3869km gefahren
Prčanje-Petrovac, 45km
Die Sonne schien schon ab 8 Uhr auf das Zelt, so konnten wir nach dem Frühstück, die Zelte trocken einpacken.
Nach Streicheleinheiten für die Hunde vom Schäfer, welche uns schon seit ca. 7Uhr mit ihrem Gebell beheligten konnten wir um 10 Uhr starten.
Entlang der Bucht von Kotor führte eine nette Straße direkt am Wasser nach Kotor rein.
Die dortige Festungsanlage ist mit dem Weltkulturerbe ausgezeichnet und echt schön. Leider nur zu Fuss begehbar, weshalb zwei jeweils draußen vor den Stadtmauern auf die Räder aufpassen mussten.
Nach einem Einkauf, ging es zurück Richtung Meer. Wir fragten uns nur wie wir das schaffen sollten, den zwischen Kotor und dem Mittelmeer liegt der ein oder andere Berg. 
Doch die Lösung kam zwangsläufig, den nach einer langgezogenen Kruve tauchte die Öffnung eines Tunnels auf. 
So tauchten wir nach 1,8km halbtaub auf der anderen Seite des Berges wieder auf. Die Lüftung des Tunnels beförderte zwar viel frische Luft, dröhnte aber Ohren betäubend.
Hinter diesem Berg befanden wir uns erstmal auf einer großen Ebene und konnten schnell über die Landstraße zurück an die Küste radeln. 
An einem Rastplatz mit einer wunderschönen Aussicht auf das Meer legten wir unsere Mittagspause ein. 
Wir folgten den Straßenschildern Richtung Bar, heißt eigentlich immer entlang der Küste. 
Bis auf die überholenden Lkws war die hügelige Straße wunderschön und führte durch viele kleine Montenegrische Orte. 
Überall wurden Häuser gebaut und Plakate zeigten Bilder der neusten Hotels, welche dort einmal stehen werden. 
Schade eigentlich, dass die noch so natürliche Küstenlandschaft dem Tourismus zum Opfer fällt, allerdings gut für den montenegrische Geldbeutel. 
Gegen vier war dann die allspätnachmittagliche Schlafplatzsuche angesagt und was bot sich besser an als ein Orthodoxes Kloster mit einer Wiese nebenan. 
Zum Glück, war dies kein Problem.
Was dann allerdings ein Problem darstellte, dass wir ein essentielles Bauteil unseres Kochers verloren haben. 
Aber wenn der Magen knurrt, wird man erfinderisch und so ersetzt ein Stück Dosenblech und Draht das besagte Teil. 
Der Reis war alsooo weich.
22. November 2018
Prčanj
4824km gefahren
Čilipi-Prčanj, 43km
Heute sollte es endlich so weit sein. Endlich aus Kroatien raus und ein neues Land auf unsere Liste eintragen, Montenegro. Es ist nicht so, dass wir Kroatien leid sind allerdings waren wir nun knapp einen Monat in Kroatien, mit Ausnahme von einem kleinen Stück Bosnien und Herzegowina, und langsam war mal wieder Zeit für etwas Neues. 
Nachdem die anderen drei Chaoten schon feuchte Träume hatten, war Gerrit noch wach und hörte plötzlich etwas durch die Pfütze, welche sich einige Meter neben unseren Zelten befand, galoppieren. Später hat das Tier, was auch noch durch unser Camp geschlendert ist, Gerrit mit seinem Brummen noch ordentlich verängstigt. Zum Glück nichts passiert.
Unser Morgen begann heute mit einem traumhaften Ausblick auf die kroatischen Berge, von denen riesige Nebelschwaden runterzogen. Der Nachteil, war allerdings, dass durch den Nebel und den Tau alles ziemlich feucht war. Dazu mussten wir nachdem wir frühstückten und unsere Sachen zusammen gepackt hatten, erstmal durch die gleiche kalte Pfütze wie am Vortag stapfen. Mit aufgeweckten Füßen ging es dann los. Nach ca.15 km bergauf erreichten wir die Grenze von Montenegro. Von dort aus ging es schön mit fast 60km/h, den vorher erklommenen Berg herunter bis zum Meer, wo wir unsere Mittagspause am Wasser verbrachten. Im Laufe des Tages ging es weiter an der montenegrischen/montenegriesischen...sucht es euch aus, Küste weiter. Immer noch sehr hügelig, allerdings erkannte man sofort einen Unterschied zwischen den hiesigen Häusern und Menschen im Vergleich zu Kroatien. Das Land wirkt ärmlicher, man sieht, dass sich die Infrastruktur noch im Ausbau befindet. Es gibt viele Geschäfte, die ihre Waren direkt am Straßenrand verkaufen, viele Menschen haben einen dunkleren Teint und wirken sehr offen und herzlich. Sehr interessant und schöne neue Eindrücke, die wir hier sammeln können.
Im weiteren Verlauf des Tages sind wir weiter entlang der Küste gefahren, bis zur Bucht von Kotor. Dort haben wir in Bijela eine Fähre zur anderen Seite der Bucht genommen, und sind weiter in Richtung Kotor gefahren. Wieder einmal muss man sagen, dass die Aussicht mit den Bergen rund um die Bucht, die im Meerwasser schimmerten, wunderschön waren. 
Wir waren einige Kilometer vor Kotor, allerdings war es schon sehr nass, weshalb wir in einem kleinen Ort vor Kotor, einen Schäfer gefragt haben, ob wir auf seiner Wiese nächtigen konnten. Natürlich kein Problem, weshalb unsere Zelte einige Minuten später aufgebaut waren. Hatten dann noch Besuch von ein paar süßen Hunden und sind dann schlafen gegangen.