21. November 2018
Prčanje
km gefahren 

Čilipi-Prčanje, 43km
Heute sollte es endlich so weit sein. Endlich aus Kroatien raus und ein neues Land auf unsere Liste eintragen, Montenegro. Es ist nicht so, dass wir Kroatien leid sind allerdings waren wir nun knapp einen Monat in Kroatien, mit Ausnahme von einem kleinen Stück Bosnien und Herzegowina, und langsam war mal wieder Zeit für etwas Neues. 
Nachdem die anderen drei Chaoten schon feuchte Träume hatten, war Gerrit noch wach und hörte plötzlich etwas durch die Pfütze, welche sich einige Meter neben unseren Zelten befand, galoppieren. Später hat das Tier, was auch noch durch unser Camp geschlendert ist, Gerrit mit seinem Brummen noch ordentlich verängstigt. Zum Glück nichts passiert.
Unser Morgen begann heute mit einem traumhaften Ausblick auf die kroatischen Berge, von denen riesige Nebelschwaden runterzogen. Der Nachteil, war allerdings, dass durch den Nebel und den Tau alles ziemlich feucht war. Dazu mussten wir nachdem wir frühstückten und unsere Sachen zusammen gepackt hatten, erstmal durch die gleiche kalte Pfütze wie am Vortag stapfen. Mit aufgeweckten Füßen ging es dann los. Nach ca.15 km bergauf erreichten wir die Grenze von Montenegro. Von dort aus ging es schön mit fast 60km/h, den vorher erklommenen Berg herunter bis zum Meer, wo wir unsere Mittagspause am Wasser verbrachten. Im Laufe des Tages ging es weiter an der montenegrischen/montenegriesischen...sucht es euch aus, Küste weiter. Immer noch sehr hügelig, allerdings erkannte man sofort einen Unterschied zwischen den hiesigen Häusern und Menschen im Vergleich zu Kroatien. Das Land wirkt ärmlicher, man sieht, dass sich die Infrastruktur noch im Ausbau befindet. Es gibt viele Geschäfte, die ihre Waren direkt am Straßenrand verkaufen, viele Menschen haben einen dunkleren Teint und wirken sehr offen und herzlich. Sehr interessant und schöne neue Eindrücke, die wir hier sammeln können.
Im weiteren Verlauf des Tages sind wir weiter entlang der Küste gefahren, bis zur Bucht von Kotor. Dort haben wir in Bijela eine Fähre zur anderen Seite der Bucht genommen, und sind weiter in Richtung Kotor gefahren. Wieder einmal muss man sagen, dass die Aussicht mit den Bergen rund um die Bucht, die im Meerwasser schimmerten, wunderschön waren. 
Wir waren einige Kilometer vor Kotor, allerdings war es schon sehr nass, weshalb wir in einem kleinen Ort vor Kotor, einen Schäfer gefragt haben, ob wir auf seiner Wiese nächtigen konnten. Natürlich kein Problem, weshalb unsere Zelte einige Minuten später aufgebaut waren. Hatten dann noch Besuch von ein paar süßen Hunden und sind dann schlafen gegangen.
17.-20. November 2018 
Dubrovnik
km gefahren 

Ston-Dubrovnik, 20km
Am Morgen stand Daimian natürlich schon wieder bereit.
Doch bis es los ging musste er sich noch gedulden.
Während des Frühstücks mit ziemlich trockenem Brot mit Quark und Mandarinen wurde noch ein Bus nach Berlin gebucht. Für Daimian geht die Reise in Dubrovnik zu Ende.
Wir buchten für uns auch noch ein Appartement, da wir gerne: die Stadt besichtigen wollen, Gerrits Fahrrad nochmal einem Monteur vorstellen, ein Interview führen müssen und noch die Webseite bearbeiten wollen. 
Um jedoch diesen Bus und Appartement zu erreichen, müssen erst noch 20km bewältigt werden.
Also zusammenpacken, den mit Campern schüss sagen und los.
Heute fuhren Gerrit und Marian schonmal vor um Gerrits Fahrrad abzugeben.
Wie sich jedoch später heraus stellte, ware es schlau gewesen zu Recherchieren ob überhaupt ein Bikestore vorhanden ist.
War natürlich nicht.
Wenigstens konnten Gerrit und Marian schonmal das Appartement beziehen und dem Rest eine Stunde später die Tür öffnen.
Nach einem körperumfassenden Waschgang und Abendessen, skypten wir noch bevor wir zum Busbahnhof liefen. 
Um 21 Uhr verließ Daimian Dubrovnik und wir waren wieder zu viert unterwegs. 
Beim Gang in die Altstadt musste einmal noch das Appartement angesteuert werden um vergessene Personalausweise zu holen. 
Danach ging es in die Stadt, die tolle Game of Thron Kulisse anschauen und sauuu... 
Ab diesem Zeitpunkt kann sich keiner mehr dran erinnern, was passiert ist! 
Ach, quatsch! Wir tranken zu teure Getränke und während später ein Teil schon die erholsame Bettruhe genoss, Hüpfte der andere Teil zu kroatischer Saufmukke durch den Club. 
Am nächsten Morgen, eigentlich fing der Tag erst Mittags an, wurde gegessen, Fahrräder repariert, Reisezeug geplant, gewaschen und eigentlich am meisten das Internet leer geguckt. 
So verlief dann auch der nächste Tag. Sogar das Essen war Identisch. Es gab natürlich Kartoffeln. 
Am Dienstag sollte dann wieder gestartet werden. 
8 Uhr wurde vorsichtig unter der Bettdecke hervor gelukt jedoch schnell wieder versteckt. 
Regen und Gewitter... 
Irgendwann trauten wir uns auf, beschlossen zusammen zu packen vorrauf wir schnell darauf beschlossen dann lieber zu fragen, ob es möglich ist eine Nacht länger zu bleiben. So gesellte sich ein weiterer Tag in diesen Bericht. 
Und der vermutlich spannendeste Unterschied zu den Vortagen war, dass es Nudeln statt Kartoffeln gab. 
Gute Nacht! Anstrengend dieses Leben.

16. November 2018 

Dubravica

3821km gefahren 


Ston- Dubravica, 30km

Am Morgen gab es erstmal einen warmen Tee oder Kaffee. 

Trotz Sonne war es nämlich noch frisch. Anscheinend holt der Herbst/ Winter uns so langsam ein. Zu essen gab es vor dem Zusammenpacken nur ein paar Mandarinen. 

Der fünfte neue Chaot Daimian hatte schon Zelt etc. zusammen gepackt und musste so noch auf uns warten, bevor es gegen 10:30 Uhr los ging. Vielleicht hätte Damian schonmal vorgehen sollen, denn durch ein relativ naja schrottes Fahrrad benachteiligt, konnte er die Berge nur hoch schieben. So hatten wir eine entspannte Reisegeschwindigkeit, konnten in aller Ruhe den Ausblick genießen und unsere Beine schonen. 

Eine Stunde später knurrten unsere Mägen schon so stark, dass Marian und Antonius vorgefahren sind um schonmal einen Supermarkt zu suchen und Proviant zu kaufen. 

Gegen 13 Uhr trafen dann auch Gerrit, Thomas und Daimian in Slano ein und es wurde genüsslich am Hafen gegessen. 

Da wir in Dubrovnik gerne noch die Stadt anschauen wollen, haben wir in der Mittagspause beschlossen nicht die restlichen Kilometer heute zu fahren, sondern morgen früh in Dubrovnik ankommen um den ganzen Nachmittag Zeit dort zu verbringen. 

Nach zehn weiteren Kilometern entdeckten wir dann eine Bucht unterhalb der Straße wo auch schon Campingautos standen. Nach kurzem Nachfragen wussten wir, hier können wir ohne Probleme campen. 

Zu unserem Erstaunen war dies anscheinend ein deutsches Treff. Drei deutsche Campingautos und ein Dänischer Caravan (die Dänen konnten allerdings auch Deutsch), wurden nun von uns erweitert. 

Und keine Stunde später fuhren noch zwei weitere Radreisende in die Bucht. Aus Frankreich, allerdings ebenfalls mit VSF Fahrrädern und der gleichen Route. Istanbul und mit weiterem Ausblick     ebenfalls den Iran. Lustigerweise haben Gerrit, Daimian und Thomas am Vormittag ebenfalls Radreisende aus Deutschland getroffen, die auch nach Istanbul wollten. Scheint wohl eine beliebte Route zu sein... 

Nach einem kurzen Plausch wurde dann noch Reis mit Scheiß gekocht, bevor wir schnell wieder in die Zelte krochen. Jaaaa, es wird wohl Winter!

12.-14. November 2018

Rudine

3746km gefahren


Stanići- Gradac- Rudine, 89km

Nicht schon wieder. Warum krähen Hähne eigentlich? Die sollen mit ihrem Imponiergehabe bitte wenigstens so lange warten bis wir aufgestanden sind, nicht um 4 Uhr in der Nacht damit anfangen. Wenn du dabei keine Ohrstöpsel trägst, hast du verloren. So wurden wir wieder und wieder geweckt, bis wir schließlich um 8 Uhr aufgestanden sind. Nach dem Frühstück ging es dann los. Als erstes mussten wir die Steigung von gestern Abend wieder runter fahren, was mit nur einer Bremse recht schwierig ist, weshalb Gerrit doch lieber schob. Wieder auf der Jadranska Magistrala, die uns schon durch ganz Kroatien entlang der wunderschönen Küste begleitet, in Richtung Gradac. Dort konnten wir, bei einem Freund von Thomas Arbeitskollegen Dado, in einem seiner Apartments übernachten. Auf dem Weg dorthin wurde es an diesem Tag mal wieder, mit einigen starken Anstiegen, recht anstrengend. Auf der heutigen Strecke lag Markaska, wohin wir einen kurzen Abstecher machten. Einmal über die Promenade und wieder raus, eigentlich sehr unspektakulär. Die Promenade wirkte, wie in vielen kroatischen Städten, geschlossen und verlassen. Ist wohl ein Nachteil des saisonalen Tourismus, hier in Kroatien. Allerdings nicht unvorteilhaft für uns, da wir so mit den Rädern besser voran kommen. Nach weiteren Kilometern, auf der Küstenstraße, legten wir unsere Mittagspause, auf einer von Bäumen beschatteten Bank, in einem kleinen Dorf ein. Die letzten Kilometer an diesem Tag lagen auch schnell hinter uns zurück, und kamen in Gradac an. Dort erstmal Kartoffeln, da wir ja heute mal wieder einen Herd hatten, und weitere Lebensmittel eingekauft. Die darauf folgende Suche nach dem Apartment, verlief dann schwieriger als gedacht, da es das Haus auf Google Maps nicht gab. Mit der Hilfe eine Bewohnerin von Gradac, kamen wir dann doch noch an unserer heutigen Destination an. Kurz auf Dados Freund gewartet, der uns dann zu unserem Apartment brachte. Leider gab es kleine Probleme bei der Verständigung, weshalb wir uns nicht richtig mit ihm unterhalten konnten. Im Apartment erstmal geduscht, Ganzes Internet leer geguckt, gegessen und eingeschlafen. Am  nächsten morgen alle Sachen gepackt, da wir anstatt zwei Nächten nur eine dort übernachten durften, weil das Apartment gebucht wurde. Deswegen ließen wir nachdem wir vor Jardo einen unverständlichen, vermutlich mit Google Übersetzer übersetzten Brief bekamen, aus dem wir entnahmen, dass wir unsere Sachen erstmal Vorort stehen lassen konnten. Wir wollten an diesem Tag ehh nicht viele Kilometer machen, weshalb wir uns Proviant holten und uns an den Strand begaben. Im Laufe des Tages führten wir noch unser Interview mit Radio WMW und gingen gegen 16 Uhr zurück zum Apartment. Dort unterhielten wir uns nochmal per Dado als Dolmetscher am Handy mit Jardo, da wir fragen wollten, ob er einen Platz kennt, wo wir unsere Zelte aufbauen konnten. Im Endeffekt konnten wir dann doch noch eine weitere Nacht kostenlos in dem Apartment verbringen. Vor dem Schlafengehen haben wir auch nicht viel mehr gemacht, als zu entspannen.

Nächster Morgen 7 Uhr, erstmal das Radio an. Während wir also auf unseren Radiobeitrag warteten packten wir unsere Sachen. Wir mussten früh raus sein, da heute dann tatsächlich Gäste kommen sollten und das Appartement noch gereinigt werden musste. 

Dann um 7:50 Uhr riefen dann plötzlich Marian und Gerrit:,, Antonius, Thomas! Wir sind im Radio!" und so saßen wir alle um Gerrits Handy und lauschten 2 Minuten gespannt. Oh man! Wie motiviert wir klingen... Und was labern wir da?

Amüsiert davon, haben wir wieder weiter zusammenpacken.

Um neun waren dann die Zimmer geräumt und Fahrräder gepackt. Da Jadro nicht da war schrieben wir noch einen Abschiedsbrief mit Hilfe von GoogleÜbersetzter. Auch hier im Blog nochmal "hvala ti" an Dado und Jadro! 

Auch heute hatten wir geplant noch zu rasten. Nach dem alltäglichen Einkauf sind wir wieder zum Gradacer Strand und haben dort gelesen, Berichte geschrieben, die Website bearbeitet, ein Fotoshooting veranstaltet, gegessen und geschlafen. 

Wir hatten uns gefühlt gerade erst ausgebreitet, da schlug der Turm schon vier und wir mussten zusehen, dass wir ein Schlafplatz finden. 

Die App Park for Night hatte aber einen Eintrag nur 14km entfernt. 

Die Strecke war zwar Kurz, zeigte aber mehr Veränderung als die restlichen Tage. Denn zum ersten Mal nach Rijeka konnten wir einen Blick hinter die Steilküste werfen. Das Land war mit viel Grün bedeckt, unbebaut und vor uns erstreckte sich ein großer See. Hier war auch unser Camp geplant. Schnell sind wir, schon wieder im Dunkeln, dorthin gefahren und haben unsere Zelte direkt am Ufer aufgebaut. Müde vom Ausruhen sind wir nach einer schnellen Reis mit Erbsen Kochsession und ein paar Telefonaten ins Bett gekrochen. Morgen geht's dann wieder "früh" auf das Radl in Richtung Dubrovnik. 



10. - 11. November 2018

Stanici

3657km gefahren



Kaštela-Split-Stanici, 91km 

"You have to stand up at 5 in the morning! Look, at 5 p.m. it is dark and you sleep at 7 o'clock. Do you want to sleep 12hours?" So in etwa lautet die sinngemäße Wiedergabe dessen, was der nette Mandarinen Mann uns gesagt hat. Und haben wir es uns zu Herzen genommen?

Erstens wir haben nicht um 7 Uhr Abend gepennt, sondern viel später.

Zweitens wir sind auch nicht um 5 aufgestanden, sondern gegen halb neun. 

Drittens wir hätten uns noch beeilen können, aber wir hatten kein Bock. 

Im Endeffekt war es dann doch etwas verschwendete Zeit, die wir noch dort in Kaštel verbracht haben. Denn statt wie geplant gegen zehn zu starten klüngelten wir mehr oder weniger bis halb zwölf rum, bis es wirklich im Richtung Split los ging. Gegen halb neun hat uns der Mandarinen Mann vom Vorabend nochmal besucht und war tatsächlich sehr überrascht, dass wir noch zugegen waren. Denn hätte er gewusst, dass wir noch da wären, hätte er uns noch mehr Mandarinen gebracht und lachte dabei, bevor er uns noch eine Gute Reise gewünscht hat. Nun sind wir also samt ca zwei Kilogramm Mandarinen im Gepäck erst gemütlich ein paar Kilometer durch die Küstenorte am Meer entlang gefahren, bevor wir die letzten Kilometer nach Split rein auf eine Autostraße fahren mussten. Bis nach Split waren es aber lediglich nur noch 18Kilometer, was bedeutete, dass wir gegen halb zwei doch schon in der Innenstadt angekommen sind. Dort angekommen haben wir uns erstmal am Hafen auf eine Bank niedergelassen, um dort bei herrlichstem Wetter unsere Brotzeit zu genießen. Doch während wir Aufstrich und Brot aus den Taschen holten, sind wir anscheinend ein paar älteren deutschen Touristen ins Auge gesprungen, die uns wohl haben Deutsch sprechen hören. Demnach sind wir von ihnen angesprochen worden und haben den interessierten Rentern erstmal von unsrem vorhaben erzählt. Nachdem diese staunend zugehört haben, noch von ihren Enkeln berichtet haben und uns ein paar Lebensweisheiten mitgegeben haben, hat uns der "Kaiser"(so war die Antwort auf die Frage wie sein Name sei) einen 10er für unsere Tour zugesteckt. Kurz danach tat es ihm ein weiterer älterer Herr gleich , der uns vorher schon acht Mandarinen gesponsert hat. Ihr denkt das war alles? Eine sehr nette ältere Dame hat uns dann noch mit den Worten, "Ich wollte eigentlich ein Eis essen.  Habe aber keine Eisdiele gefunden. Vielleicht findet ihr ja eine", nochmal einen 10er zugesteckt. Etwas geflasht von der Situation und natürlich auch glücklich und dankbar um die Spenden, haben wir dann erstmal unsere Brotzeit vollendet. Als wir gegen viertel vor vier zusammengepackt haben, um uns noch ein bisschen den hinter uns stehehenden Diokletianspalast anzusehen, würden wir nochmal von einem älteren Kroaten angesprochen. Ein wirklich interessantes Gespräch haben wir noch mit ihm geführt. Über Politik, heutige Probleme, Migration und alles mögliche und als wir uns verabschiedet haben, war es schon fast halb fünf und es dämmerte schon ordentlich. Leider konnten wir den Namen des Herrn nicht verstehen. Er hat zwar verständliches Deutsch gesprochen, jedoch sehr leise und sein Name war sehr kompliziert. Bevor wir in den 3Kilometer entfernten Marian Park gefahren sind, wo wir planten unsere Nacht zu verbringen, haben wir noch ein Ründchen um den Palast gemacht. Zwar vermutlich etwas zu kurz, aber einen tollen Eindruck konnten wir trotzdem mitnehmen. Als wir am Strand 3km außerhalb der Altstadt im besagten Marjanpark angekommen sind, war es schon etwas dunkel. Zu unserem Glück gab etwas ein einen Stücken zwischen ein paar Pinien, wo grade so genug Platz war für unsere zwei Zelte. Da wir nun wussten, dass wir einen Platz für die Nacht in Innenstadtnähe hatten, sind wir mit samt bepackten Fahrrädern wieder in die Stadt zurückgefahren und haben den Abend mit etwas leckerem zu trinken inklusive Pizza und Döner am Hafen ausklingen lassen. Für uns mal wieder eine willkomemde Abwechslung! Erst gegen halb eins sind wir wieder bei unserem Schlafplatz angekommen und dann hab es genau zwei Ziele: Zelt aufbauen und schlafen. 

Den kleinen Rausch mussten wir am nächsten morgen natürlich etstmal bis neun Uhr ausschlafen. Bevor wir dann gefrühstückt haben, haben wir erstmal unsere Zelte abgebaut, da doch ein paar Strandbesucher gekommen waren und Zelten dort eigentlich verboten ist. Also sind wir mit einiger Trägheit in den Knochen wieder erst gegen halb eins losgefahren. Nicht so schlimm, da wir sowieso zwei Tage brauchen würden, um zu dem Apartment von dem Freund von Thomas Arbeitskollegen zu kommen. Also sind wir an diesem Tag sozusagen ohne Pause bis halb fünf durchgefahren. Glücklicherweise haben wir fast unmittelbar neben der Straße noch einen Schlafplatz gefunden. Wir mussten zwar ca 400m eine Steigung fahren, die kurz vor unmöglich war. Geschafft haben wir es trotzdem und mit einer kurzen Absprache mit deinem älteren Anwohner, konnten wir unsere Zelte auf einem gut geeigneten Platz am Straßenrand aufbauen und kurze Zeit später unsere Nudeln mit Pesto genießen.


9. November 2018

Kaštela

3566km gefahren


Šibenik- Kaštela, 78km

Eine sehr unruhige Nacht, mit hupenden Schiffen und Parkrangern, die aber vermutlich nur Jogger waren, lag hinter uns. Trotz dessen konnten wir die Nacht in unserem alten Kasernengebäude, gut behütet verbringen. Dieses befand sich in einem revitalisierten Kasernengelände, welches heute als Freizeit/Sportpark diente. Vor unserer Halle genossen wir dann erstmal unser morgendliches Müsli. Plötzlich kam ein Arbeiter dieser Anlage, der für die Müllentsorgung verantwortlich war und fragte lächelnd, ob wir denn heute Nacht dort gecampt hätten. Wir antworteten überrascht und lachend:,, Neeeein”.

Da dieses Gelände in Šibenik am Meer lag, konnten wir perfekt am Morgen, nach dem Frühstück von der Kaimauer aus ins Wasser springen. Nach einigen Sprüngen, welche den Sprüngen professioneller Turmspringern ähnelten, ging es wieder auf die Räder in Richtung Split, weiter an der kroatischen Küste entlang. An diesem Tag kamen wir, vergleichsweise zu den anderen Tagen, die wir in Kroatien verbracht haben, sehr schnell voran. Unsere Beine wirkten wie neu. Voller Energie ließen sich die ersten 45km, über die mit Sonne getränkte Küstenstraße, entspannt runterrollen. Daraufhin kurz eingekauft, und am Hafen von Marina gestärkt. Währenddessen wurden wir, die Bewohner von Marina und die Leute, die unsere Istagramstory gesehen haben, von einer traumhaft Gesangseinlage, von Antonius , welcher uns mit der Musik von Ylvis beglückte, unterhalten. Die nächsten Kilometer bis nach Trogir, waren dann auch schnell geschafft. Einen kurzen Abstecher, durch die Altstadt gemacht, und weiter in Richtung Kaštela, wo uns Marian‘s Eltern einen Park4night Stellplatz empfohlen hatten, der für heute unser Ziel war. Als wir dort ankamen, hatten wir die 78 km erreicht, was dafür, dass wir heute erst um die Mittagszeit losfuhren, echt eine ordentliche Etappe war. Vorort sprachen Antonius und Marian, einen hiesigen Mann an, ob wir denn auf der Wiese, die direkt am Meer lag, campen dürften. Dieser erlaubte dies. Darauf folgte noch ein sehr interessantes Gespräch mit diesem Mann, den wir nun Mandarinshek nennen, da wir den richtigen Namen nicht behalten konnten. Der andere Grund, weshalb er diesen Namen bekam war, da er nachdem wir unser Lager aufgeschlagen und gekocht hatten, noch einmal vorbei kam und uns eine riesige Tüte Mandarinen vorbeibrachte. Vielen Dank dafür nochmal!! So endete dieser tolle Tag, und wir konnten alle friedlich einschlafen.

8. November 2018

Sibenik

3488km gefahren


Pakostane - Sibenik, 54km

An diesem Morgen konnten wir schon bisschen das Balifeeling erleben.

In einer strohgedeckten Hütte aufzuwachen und direkt das Meer zu hören hat schon seinen Reiz.

An diesem Morgen war ein wenig Ruhe angesagt.

Bisschen die frühmorgentliche Sonne genießen, schwimmen und den bis an das Wasser reichende Kiefernwald erkunden.

Teils etwas wehmütig verließen wir diesen Traumort gegen 11 Uhr, allerdings nicht ohne den ebenfalls hier campenden Franzosen zu beobachten der jede Ritze seines Wohnmobil polierte. Sehr lustig da er diese Tätigkeit seit 8 Uhr durchführte und wir immer auf eine zufällig vorbei kommende Möwe spekulierten. Leider kam keine.

Also weiter...

In Pakostane wurde erst einmal eingekauft und so konnten wir mit gefüllten Taschen starten.

Angepeilt war Sibenik wo Marians Eltern wieder einen Campingspot für uns erkundschaftet hatten.

Nach 30km auf der uns schon bekannten Küstenstraße Jadranska Magistrale machten wir auf einer ausgedienten Auffahrt unsere Mittagspause.

Nachdem auf dieser ungenutzten Asphaltstraße noch eine Rennszene gedreht wurde ging es weiter.

Auch am Nachmittag verflogen die Kilometer und schon standen wir in Sibenik.

Da unser Wasservorrat aufgebraucht war, fragten wir mit Erfolg nach Wasser. Der Geschmackstest fiel Chlor positiv aus, heißt sauberes Leitungswasser und kein Brunnenwasser.

Um jedoch zu unserem Schlafplatz zu kommen musste Sibenik noch durchquert werden.

Angekommen an der Location wurde aus dem Tag schon Abend.

Auf einer vor Sibenik liegenden Halbinsel, wurde ein vermutlich ehemaliges Militärgelände in ein schönes Naherholungsgebiet verwandelt.

Für uns perfekt, waren die ehemaligen Lagerhallen noch erhalten und frei zugänglich.

Wir fanden sogar eine mit Tür, so dass wir sicher verschlossen schlafen würden können.

Nach Reis mit einer neuen Soßen Kreation, Currysahne mit Ananas und Paprika, saßen wir noch gemütlich auf der Kaimauer und schauten den Schiffen zu die aus dem Sibeniker Hafen aus oder ein liefen.

Gegen 21 Uhr war dann Lageraufbau angesagt. Wurde jedoch jäh unterbrochen, als wir während des Zähneputzen eine Taschenlampe den Weg runter kommen sahen.

Wir sind alle schnell in die Halle gehuscht und haben eilig die Lichter gelöscht.

Dort standen wir dann im Stockdunkeln und jeder dachte sich seinen Teil. Nur ein Jogger? Ein Ranger? Eine Security? Wir hatten uns davor schon gewundert, warum hier die Hallen so sauber aussahen und keine Obdachlosen hier Zuflucht gesucht haben.

Es blitzte jedoch nur einmal eine Taschenlampe an der angelehnten Tür vorbei... 30min später doofen

rumstehens und flüstern, pusteten wir leise unsere Matten auf und verkrochen uns in den Schlafsäcke.

War wahrscheinlich echt nur ein Jogger, denn es kam zum Glück niemand mehr.

7. November 2018

Pacostane

3434km gefahren


Posedarje- Pacostane, 63km

Um 7:30 Uhr morgens heißt es für uns: Reißverschluss auf und Bühne frei für gutes Wetter und den Blick auf Wasser und Berge. Heute soll es früh losgehen, denn wir wussten nicht, wie lange die Reparatur der Gabel in Zadar in Anspruch nehmen würde. Schnell gefrühstückt und zurück auf die Straße, von der wir uns abends, wie am Tag zuvor, nur 100 Meter den Hang hinauf bewegt hatten. Auf der Straße ging es dann circa 20km in Richtung Zadar. Viel Verkehr für die kroatischen Nebensaison-Verhältnisse. Die enge zweispurige Straße ohne Randstreifen hielt den ein oder anderen gestressten Autofahrer nicht davon ab uns trotz des Gegenverkehrs zu überholen. Besonders knapp wurde es, als ein Auto aus dem Gegenverkehr ausscherte, ohne uns zu sehen, und geradewegs auf Antonius, an der Spitze unserer Reihe, zufuhr. Gefühlte 20cm Abstand zum Auto ließen uns das Herz in Hose rutschen. Nochmal gut gegangen. Ohne weitere Zwischenfälle und bermerkenswerte Vorkommnisse ging es hinein in die Stadt. Bevor wir in die Innenstadt kamen, hielten wir bei einem Einkaufszentrum, um dort Lebensmittel, aber auch ein Gummiband, um eine Zeltstange zu reparieren, und eine Kopflampe zu kaufen. Dann ging es weiter. In der Innenstadt machten wir uns auf die Suche nach einem Fahrradhändler. Am ersten Laden angekommen, merkten wir dann das uns die nötigen Vokabeln fehlten, aber konnten dann doch mit Händen und Füßen mitteilen, was denn das Problem sei. Nur bei dem Problem geholfen werden konnte uns hier leider nicht. Nicht das notwendige Werkzeug. Wir sollten um 13 Uhr nochmal wiederkommen, wenn der Schrauber da ist, aber selbst der würde es wahrscheinlich nicht hinbekommen. Wir wurden weitergeschickt zum nächsten Radladen 50m weiter, nur einmal über die Straße. Dort empfing man uns weniger freundlich, wahrscheinlich zu viel Stress. Die Werkstatt war nämlich voll und nahm keine Fahrräder mehr an. Aber ein bisschen Hoffnung gab es noch, denn wieder wurden wir weitergeschickt, wieder 50m weiter, auf der anderen Straßenseite. Das Fachkundige Auge dort stellte fest, dass es unmöglich sei die Gabel zu reparieren, weder zu biegen noch zu schweißen, das ging bei Alu nicht. Wir wiesen freundlich darauf hin, dass der Rahmen aus Stahl sei, hatten aber zu diesem Zeitpunkt schon aufgehört daran zu glauben, dass uns hier geholfen werden konnte. Ohne wirklich Trübsal zu blasen, denn irgendwie scheint das selbst  solchen Situationen nicht unser Ding zu sein, schlenderten wir jetzt ohne Plan die Straße entlang, bis wir noch eine Werkstatt entdeckten. Hier wurden wir wieder freundlicher empfangen, aber auch diesmal gab es keine vielversprechende Lösung für das Problem. Der junge Schrauber sagte er könne es probieren, bräuchte dafür aber mindestens einen Tag und sei sich nicht sicher, ob es überhaupt funktionieren würde. Wir entschlossen uns erstmal eine Mittagspause zu machen und zu überlegen, wie es jetzt weitergehen sollte. Eine neue Gabel musste her. Das war das Ergebnis. Denn wir waren uns einig, dass es nichts bringen würde noch 20 weitere Radläden abzuklappern. Also musste Gerrit jetzt erstmal mit der verbogenen Gabel und ohne Vorderradbremse weiterfahren, was erstmal kein Problem war, aber gleichzeitig natürlich nur eine Übergangslösung. Wir wollten die Gabel "nach vorne", also an eine Adresse schicken, an der wir vorbeikommen würden, um die Gabel aufzugabeln. Anbieten würde sich da Makarska, wo wir ein in der Nebensaison leerstehendes Appartment eines Freundes von Thomas Arbeitskollegen für ein paar Nächte beziehen konnten. Die Adresse des Appartements schickten wir an "Drahtesel" in Münster, wo wir zwei unserer Räder gekauft hatten und wir auch eine gebrauchte Ersatzgabel in Aussicht hatten. Nach der Pause ging es dann weiter in Richtung Pacostane. Dort hatten Marians Eltern auf ihrer Wohnmobil-Tour einen schönen Platz direkt am Wasser erkundschaftet.  Unter einem Vordach einer geschlossenen Strandbar würden wir unser Nachtlager beziehen können. Auf einer wunderschönen Straße durch grüne Pinien Wälder direkt am Wasser war es leicht die verbleibenden 30 Kilometer runterzuradeln. Angekommen senkte sich die Sonne dann langsam ins Meer während wir uns nocheinmal im Wasser erfrischten. Ein wirklich traumhafter Ort. So könnte es immer im November sein. Wolkenfreier Himmel, türkises Wasser und warme Nächte.

06. November 2018

Posedarje

3371km gefahren 


Trabenj - Posedarje, 29km

Im Dunkeln ankommen kann manchmal tatsächlich sehr anstrengend sein. Für den Ausblick am Morgen hat es sich definitiv gelohnt. Allgemein war dennoch durchweg der anstrengende Tag bei Allen spürbar, weshalb wir uns erst gegen kurz nach neun zum Frühstück zusammengefunden haben. Thomas und Antonius haben vorher noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Ein Paket Milch hatten wir bei dem steinigen steilen Anstieg etwa 400m vor unserem Schlafplatz verloren. Nun hielt sich die Motivation nach dem Frühstück immer noch sehr in Grenzen und der ein oder andere hat sich nochmal zurück ins Zelt begeben. Nachdem wir uns ausführlich ausgeruht haben und unseren Platz genossen haben und uns zuzüglich von einem Autofahrer mit der Polizei gedroht wurde, sind wir gegen halb zwei mit bepackten Fahrrädern weiter gefahren. Ein paar Kilometer bis zu einem kleinem Supermarkt, wo wir nur einen kleinen Snack zu uns genommen haben. Also blieb uns noch ein gutes Stündchen zum fahren... Nach ungefähr 30km sind wieder einen holprigen Weg abseits der Straße hoch gefahren und haben uns auf einem sehr steinigen Hügel niedergelassen. Wieder mal eine grandiose Aussicht und diesmal sogar um 360 Grad. Durch ein wenig Lethargie und bedingt durch die schnell endenen Tage, haben wir an diesem Tag in dem Sinne wenig geschafft. Jedoch war es sowohl am Morgen und am Abend außerordentlich schön an unseren Lagerplätzen, was wir auch genossen haben. Zudem waren wir in einer guten Entfernung zu Zadar, wo wir am nächsten Tag uns bei einem Fahrradhändler um Gerrit Gabel kümmern wollten. Gute 25 Kilometer lagen dann nur noch vor uns.


5. November 2018

Tribanj

3342km gefahren


Jablanac - Tribanj, 69km


Die Sonnenstrahlen durchfluteten schon das Zelt, als wir gegen 8:30 Uhr aufstanden um zu frühstücken.

Gute 2 Stunden später, waren dann auch schon die Zelte, etc. verstaut und es ging los.

Wir konnten das Navi getrost auslassen, den die Jadranska Magistrale, welche wir fuhren, führt uns bis nach Zadar. Super ausgebaute Straße mit kaum Verkehr. 

Immer entlang des Meeres, mit herrlichen Ausblicken sowohl auf die vorgelagerten Inseln, wie auch in die Berge am Festland.

Mit Gegenwind, aber bei trotzdem sonnigen Wetter erreichten wir nach 35km Karlobag.

Hier haben wir einen Teil eingekauft (leider gab es in diesem Laden kein Obst und Gemüse) und anschließend auf dem Steg am Hafen die Mittagspause abgehalten.

Gegen 14:30 Uhr zurück im Sattel. Heute wollten wir endlich mal wieder über 50km fahren. 

Also in die Pedale treten, weil um 16:30Uhr ist schon wieder Schlafplatzsuche angesagt. 

Doch bevor die Sonne unterging sind Gerrit und Marian (schnell) in die heute ziemlich kalte Adria gesprungen. 

Landschaftlich hat sich am heutigen Tag nicht viel verändert. Nur ist die Bebauung leider mehr geworden. 

Am Vormittag haben wir noch an jeder dritten Bucht, wunderschöne Schlafplätze direkt am Meer gesehen. Doch am Nachmittag waren ähnliche Buchten mit wenigstens bisschen ebener Fläche bebaut oder in einen teuren Campingplatz verwandelt worden. 

Als wir uns bei einem Einheimischen erkundigen wollten, wurden wir auch nur vor der Polizei gewarnt, die eventuell vorbei kommen könnte wenn man wildcampt. 

Es war mittlerweile schon wieder stockdunkel und somit die Suche nicht viel leichter. 

Immerhin kamen wir paar Kilometer weiter noch an einem Einkaufsladen vorbei, wo zwar nicht das gewollte Obst und Gemüse ergattert werden konnte, dafür aber wenigstens Tomatensauce für den Reis und Milch für das Frühstück am nächsten Morgen. 

Auch die vor dem Laden cornernde Bevölkerung verwies uns auf die Campingplätze. 

Also blieben nur noch Google Maps 

Satellitenbilder.

Und jaa! Es gab ein Feldweg in der Nähe, der in die Berge führte ohne Bebauung nebenan. 

Also hin und hoch da.

Wir quälten uns die steile Schotterpiste hoch. Das ist bei Tag ja schon kacke, bei Nacht umso mehr.

Blieb nur zu hoffen, dass wir einen Schlafplatz finden würden.

Wie ihr am Foto seht (Ups...doch nicht. Haben kein Foto gemacht) haben wir denn schlussendlich auch gefunden. Mit einer Aussicht die vermutlich kein Campingplatz uns bieten könnte.

Nach Reis mit Erbsen und im zweiten Gang Reis mit Tomatensauce legten wir uns in die Zelte. Müde von den dann doch sogar 75 zurückgelegten Kilometern und in stiller Vorfreude auf den Morgen. Welche Aussicht uns wohl geboten wird?

4. November 2018

Jablanac

3273km gefahren


Lopar-Jablanac, 30km 


Das war mal wieder ein Abend. Danke noch mal an Christoph, es war ein richtig schöner Abend! Jedenfalls mussten wir an diesem Morgen etwas Rausausschlaf betreiben. Gegen halb elf haben wir uns sehr langsam aus den bequemsten Betten seit Zuhause erhoben. Schlaftrunken wurde dann ganz entspannt erstmal ein knappes Kilo Müsli zum Frühstück verdrückt. Doch bevor wir uns aus unserem Luxusquartier verabschieden wollten, kam noch etwas verhängnisvolles dazwischen. Ein Blick in unsere Zimmer reichte und wie von Seilen gesteuert waren wir gezwungen uns dort nocheimal in die Horizontale zu begeben. Bis kurz vor eins hat es dann gedauert, bis wir uns quälent aus unseren Betten erhoben. Kurz vor zwei waren wir startklar und es ging, nachdem wir uns von Christoph und seinem Schwiegervater verabschiedet hatten, 20 Kilometer Richtung Fähre. Das kurze Stück bis zum Festland wurde mit der Fähre schnell überbrückt und gegen viertel vor vier hatten wir noch ein bisschen zweit, um ein paar Kilometer auf der Küstenstraße Richtung Süden zu fahren. Für uns ist es zudem super schön in der Nebensaison hier zu sein, da die Straßen und die Natur sehr verlassen sind. Nach einigen Kilometern, kurz bevor es angefangen hat zu dämmern, sind wir einfach etwas neben die Straße gefahren und haben uns auf einem einem kleinem netten Grünstreifen, umrandet von alten Trockenmauern, niedergelassen. Davor haben wir eben noch eine ältere Dame angefragt und auf gutem Deutsch wurde uns ein Ok gegeben und eine gute Reise gewünscht. Also konnten wir nach dem Zelte aufbauen gemütlich kochen und essen und waren zeitig mit Allem fertig. Mit Vorfreude auf den kommenden Teil Kroatiens sind wir dann schlafen gegangen.

3. November 2018

Lopar

3243km gefahren


Vrh-Lopar, 17km


Früh aufstehen hieß es heute, denn wir mussten die Fähre bekommen. Nach drei Tagen wollten wir nun endlich Krk verlassen, um auf die Insel Rab zu kommen. Weil nicht klar war wie schnell Gerrit mit seiner verbogenen Gabel den 5km langen Weg zur Fähre meistern würde, klingelte der Wecker besonders früh. Um 6 Uhr. Wir ließen es uns dennoch nicht nehmen danach noch eine halbe Stunde liegen zu bleiben, um uns schließlich aus den Zelten zu quälen. Jetzt musste es allerdings schnell gehen. Gerrit packte seine beiden Tasche hinten zusammen und machte sich schon einmal auf den Weg. Die anderen bauten die Zelte ab und nahmen Gerrits Fronttaschen mit. Dann auf zur Fähre. Um 7:45 Uhr ging es los. 7:30 Uhr kamen die drei Nachzügler an, denn Gerrit konnte trotz der verbogenen Gabel fahren, da wir die Bremsen abmontiert hatten, und hatte bereits Tickets gekauft. Auf der Fähre genossen wir den Blick auf die umliegenden Inseln und mutmaßten welche genau den jetzt Rab ist. Mit uns auf dem Deck waren nur drei Personen. Der Rest war in den Autos geblieben. Vermutlich weil sie die Überfahrt schon hunderte Male mitgemacht hatten. Nebensaison halt. Trotzdem hatten wir gutes Wetter, nachdem es noch in der Nacht und an den Tagen zuvor heftig geregnet hatte. Angekommen auf Rab suchten wir uns in der Nähe einer kleinen Bucht einen Platz zum Kochen, denn nachdem das Abendessen gestern in Wasser gefallen war, knurrten die Mägen. Im Dorf von Lopar, wo die Fähre angekommen war, sahen wir noch drei ältere Kroaten und einen etwas jüngeren, welcher dabei war sein Ferienhaus zu renovieren, doch die Bucht und den umliegenden Wald hatten wir dann ganz für uns alleine. Wir spannten eine Wäscheleine für die nassen Regenklamotten, breiteten die Planen und Zelte auf dem Boden aus und setzten uns dann mit den Stühlen in die Sonne. Hier hätten wir ewig bleiben können. Blieben wir auch fast. Wir kochten Nudeln, danach Instant-Kaffee und hörten Musik. Dann gingen wir abwechselnd einen kleinen Pfad hinunter zum Wasser. Der Abstieg hinunter ließ darauf schließen, wie heftig es hier geregnet haben musste. Die Erde war abgetragen worden und das Regenasser hatte tiefe Furchen auf dem Weg zum Strand hinterlassen. Auf der Karte war die Bucht als Sahara eingetragen. Ein kleiner Sandstrand. Ungewöhnlich inmitten der schroffen felsigen Landschaft. Hundert Meter musste man waten bis man dann bis zum Hals im Wasser stand. Die Wassertemperatur: angenehm warm und das im November, besser konnte der Tag nicht werden. Wie wir jetzt am Abend wissen konnte er es doch. Als wir dann nach einer zweiten Tasse Kaffee alles zusammengepackt hatten, ging es wieder zurück nach Lopar, da die Bucht auf einer Art Halbinsel von Rab lag und es auf der gesamten Insel nur eine Straße gab, die dann in die Stadt Rab führte, von wo uns die nächste Fähre ans Festland bringen würde. Die Fähre am Abend zu nehmen, das war ursprünglich mal der Plan gewesen. Nur war es jetzt schon etwas spät. Unentschlossen was wir mit dem Tag noch anfangen sollten gingen wir erstmal einkaufen. Überfordert von der großen Auswahl der Milchprodukte, kamen Thomas, Antonius und Marian im Supermarkt mit einem deutschen ins Gespräch, der zur Zeit  hier auf der Insel den Keller seines Appartements repariert. Während des Regens war Wasser in den Keller gelaufen und zur Saison sollte alles wieder in Schuss sein. Er machte einen äußerst freundlichen Eindruck und lud uns ein unsere Zelte in seinem Garten aufzuschlagen, da in den Appartements gearbeitet wurde. Da es schon dämmerte und wir so ein Angebot selten bekommen, ohne danach zu fragen machten wir uns auf den Weg zu seinem 50m entfernten Appartement. Er war schon vorgegangen und hatte es uns offengelassen, ob wir sein Angebot annehmen. Dort angekommen empfingen er und sein Schwiegervater uns in der Einfahrt. Wir konnten unser Glück nicht fassen, als er uns dann nach kurzer Absprache mit seinem Schwiegervater anbot in einem seiner Appartements zu übernachten. Zwar standen dort ein paar Gartenmöbel herum die vom Winter verschont bleiben sollten, doch das störte uns natürlich nicht im geringsten. Wir sind schließlich Zelte und strömenden Regen gewohnt. Es war vielleicht auch weniger die Wohnung sondern die Geste, die uns so glücklich machte. Er führte uns hinauf und zeigte uns unser kleines Paradies. Ein großes Bad mit Dusche, eine voll ausgestattete Küche, riesige weiche Betten. Er gab uns Handtücher und Bettwäsche und ließ uns dann alleine, unter der Bedingung, dass wir nachdem wir uns geduscht hatten und gekochte hatten, noch einmal nach unten kommen würden, um mit ihm einen kroatischen Schnaps zu trinken. In Hochstimmung kochten wir unseren Couscous mit Tofu, um uns dann frisch und satt nach unten zu begeben. Wir setzten uns zu Christoph, so heißt er übrigens, seinem Schwiegervater und Pepa, dessen Neffe, einem Meister für alles, wie sie ihn beschrieben, der bei den Renovierungsarbeiten half. Aus dem Nebenzimmer hörte man kroatischen Schlager aus den TV-Lautsprechern, davor zwei Jungs, die auch mit anpackten. Wie uns Christoph im Gespräch verriet hat die Musik hier in Kroatien einen enorm hohen Stellenwert. Wenn man die Musik nicht mag, dann kann man nicht kroatisch heiraten, sagte er. Wir sprachen viel über Kroatien, unsere Tour und auch über ihn. Ein sehr offenes und ehrliches Gespräch. Vielleicht zu viel um es hier wiederzugeben. Um seine Person kurz zu beschreiben: er ist 50 Jahre, hat kroatisch geheiratet und betreibt zusammen mit seinem Schwiegervater und der Familie seines Schwagers ein Haus mit mehreren Appartments, wo er aus seiner langen Erfahrung in der Gastronomie und Hotelbranche profitieren kann. In Deutschland hat er damit abgeschlossen und arbeitet jetzt im Facility Management. Logisch, denn für Familie hätte er sonst gar keine Zeit mehr. Jetzt hat er Familie und investiert die Zeit die ihm noch bleibt hier in Kroatien in die Appartements. Sein zweites Baby, wie er uns sagt. Man merkt wieviel  im daran liegt. An dieser Stelle noch ein bisschen Werbung: www.hodalj-apartment.com. Nach dem ein oder anderen kroatischen Schnaps waren wir dann letztendlich erst um 0:30 Uhr in den Betten. Einer der schönsten Tage der Tour ging zuende.

2. November

Vrh

3226km gefahren


Punat-Vrh, 16km


In einem richtigen Bett aufzuwachen, echter Luxus. So geht es uns zumindest im Moment. So startete der Tag schon schön. Das Appartement sicherte uns diese Nacht vor dem Regen und sogar unsere Regenklamotten konnten trocknen. Aber erstmal entspannt Frühstücken, noch ein bisschen das W-Lan ausnutzen und natürlich zwei Stunden zu spät, wieder in unsere Regensachen eingepackt raus aus dem Appartement. Erste Mission am heutigen Tag war der Einkauf. Also schnell einen Lidl rausgesucht und nichts wie hin. Nach dem Einkauf noch einen netten älteren Mann kennengelernt, der 30 Jahre in Deutschland gelebt hat und jetzt auf Krk lebt. Wir sind echt verwundert wieviele Leute hier in Kroatien deutsch oder englisch können. Im Vergleich zu Italien und Frankreich ist es deutlich leichter sich hier zu verständigen. Danach ging es weiter, da wir heute noch von Krk und Rab runter kommen wollten. Vorher aber erstmal eine kleine Mittagspause in einer Bushaltestelle eingelegt, da es anfing zu schütten. Da bietet sich ja auch mal die Gelegenheit, die Abfahrtszeiten der Fähre zu checken. Zu unserem Pech fuhr die Fähre von Krk, außerhalb der Saison, nur morgens um 7:45 Uhr und abends um 18:00 Uhr. Schlecht für uns, weil es schon zu spät war um die erste Fähre zu nehmen und um 18:00 Uhr wäre es schon Stock düster. Deshalb entschieden wir uns dafür, die Fähre am nächsten Tag morgens zu nehmen und erstmal in der Bushaltestelle zu bleiben, da es ehh den ganzen Tag regnen sollte und wir nur noch 7km zur Fähre fahren mussten. Dann hatten wir auch mal Zeit, ein bisschen zu lesen und die Berichte von den letzten Tagen zu schreiben. Als sich der Zeiger auf die 16:00 Uhr zubewegte, machten wir uns auf die Suche einen Schlafplatz zu finden, in Richtung Fähre. Da wir niemanden fanden, den wir fragen konnten, bogen wir irgendwann in eine vermutlich private Waldeinfahrt ein. Dort die Fahrräder kurz stehengelassen und zu Fuß den Weg erkundigt. Es sah sehr verlassen aus, weshalb wir entschieden, uns auf dem Weg nieder zu lassen. Also rollte Gerrit den Weg als erstes runter. Plötzlich sahen die anderen nur, wie Gerrits Hinterrad in die Höhe katapultiert wurde und Gerrit mit seinem Fahrrad auf die Seite fiel, direkt neben einem Abgrund. Er ist in ein verstecktes Schlagloch gefahren. Was von hinten sehr lustig aussah, war im Endeffekt nicht so witzig. Erst dachten wir, das sich Gerrits Schutzblech bloß verbogen hätte, war aber nicht so. Bei näherer Inspektion, sahen wir, was das Problem war. Die Gabel seiner Vorderachse war zurückgebogen. Wie soll es jetzt weitergehen? Das Vorderrad wurde die ganze Zeit von der Bremse blockiert. Es war schon dunkel und immer noch am schütten, deshalb erstmal in die Zelte und am nächsten Tag weiter schauen. Kurz beim Drahtesel angerufen, wo Thomas und Gerrit ihre Fahrräder gekauft haben und nachgefragt, was die Optionen sind. Mehr Informationen dazu gibt es Morgen.

1. November 2018

Punat

3210km gefahren


Kornic - Bâska - Punat, 38km


Der bis jetzt unnötigste weg unserer Tour. Alles fing morgens ganz entspannt an. Marian hat Antonius Haare, bei toller Aussicht direkt am Meer, geschnitten. Daraufhin schnell nochmal reingesprungen, um die abgeschnittenen Haare abzuwaschen. Die Nacht für die beiden war im Wohnmobil von Marians Eltern sehr angenehm. Nachdem die anderen beiden auch aus dem Zelt gekrochen sind, konnten wir mit Marians Eltern ein leckeres Frühstück genießen. Noch weitere Vorbereitungen getroffen und die endlich wieder trockenen Sachen eingepackt. Dann schnell das Zelt abbauen, da es natürlich wieder anfing zu regnen. Zum Glück hat das Wohnmobil eine Markise, unter die wir uns anschließend erstmal retten konnten und unsere regen Garnitur anziehen konnten. Daraufhin noch kurz ein paar Tourplanungstips von Marians Vater abgeholt, von Marians Eltern verabschiedet und durch den Regen los in Richtung Bâska, da sich dort, auf der 17 Jahre alten Motoradkarte, eine Fähreverbindung befinden sollte. Wir wollten an diesem Tag eigentlich 17km nach Bâska fahren, dann mit der Fähre nach Rab schippern, ca 21 km über Rab, von Rab aus mit der Fähre zurück ans kroatische Festland und dort einen Schlafplatz suchen. Tja, leider war die Karte mit ihren 17 Jahren leider schon veraltet. Aber erstmal ging es eine wunderschöne Strecke, über verregnete Berge und durch die wunderschönen kroatischen Natur nach Bâska. Dort den Schildern gefolgt, die uns eigentlich zur Fähre führen sollten. Die Fähre dann leider nicht gefunden. Deswegen fragten wir eine Person nach dem Weg. Diese meinte dann auf einmal, dass die Fähre garnicht existiert, bzw. vor 10 Jahren geschlossen hat. Sehr erfreulich für uns natürlich. Diese Aussage wurde dann vom Internet bestätigt. Wo fuhr die Fähre ab? Natürlich in Krk, von wo wir am Morgen gestartet sind. Obwohl wir schon gänzlich durchnässt waren aßen wir erstmal Müsli und luden unsere Handys an einer geschlossenen Hafenverwaltungshütte auf. Marians Eltern von diesem Missverständnis berichtet. Diese hatten uns die Falschinformation vermittelt, dass die Fähre in Bâska fährt. Als Wiedergutmachung spendierten diese uns daraufhin netterweise für unschlagbare 15€ ein Appartement in Punat, einem Nachbarort neben Krk. Blieb uns also nichts anderes über als die ganze Strecke wieder zurück zu fahren. Mit dem Wissen über unsere trockene Unterkunft am Abend und Musik aus den Kopfhörern ging der Rückweg euphorisch los, obwohl dieser Passagen mit bis zu 18% Steigung hatte. Trotz der Nässe war dieser Weg tatsächlich ein Augenschmaus. Vernebelte Felder, grüne Wälder, daneben riesige Berge, Anbruch der Dunkelheit und wenig Verkehr, einfach schön. Es war zwar ein sehr unnötiger Umweg, allerdings hat dieser sich im Endeffekt gelohnt, da wir tolle Eindrücke sammeln konnten. An der Unterkunft angekommen, alle nassen Sachen im Appartement verteilt aufgehängt, in der Weltraumdusche duschen und kochen. Die Frage ist nur was. Wie wir merkten, hatten wir vergessen Nudeln einzukaufen. Deswegen hatten wir nur Falaffel, Tunfisch, Oliven und Tomatensauce. Dazu hatten wir kein Fett, mit dem wir die Falaffel machen konnten. Antonius und Thomas versuchten dies dann ohne hin zu bekommen und versagten. Also musste Marian ran. Dieser zauberte dann aus den zu Verfügung stehenden Utensilien tatsächlich ein relativ leckeres Abendessen. Es handelte sich um eine Fallaffelthunfischoliventomatensauce mit extra Falaffel als Beilage, ein Träumchen. Den restlichen Abend noch am Handy verbracht, da wir endlich mal wieder W-Lan hatten und gute Nacht.

31. Oktober 2018

Kornic

3172km gefahren


Omisalj- Krk, 30km


Warum nur ist es so warm im Zelt? Und so hell?

Scheint etwa die Sonne?

Jaaaa! Nach endlich 4 Tagen grauem und nassen Himmel, war der Himmel strahlend blau.

Unser Zeltplatz hatte eine wunderschöne Aussicht auf die Hügel am Festland, so dass Antonius und Thomas sich einfach in die Sonne pflätzten und den ruhigen Morgen genossen.

Als Antonius dann gerade anfing das Müsli auszupacken und Wasser für Tee o. Kaffee zu kochen, kam auch Marian aus dem Zelt gekrochen. Mit einer sehr erfreulichen Nachricht. Mama und Papa Willing sind auf ihrem Rückweg vom Kroatienurlaub nochmal auf die Insel Krk abgebogen und kommen gleich mit Frühstück.

Also nur schonmal einen Tee gegönnt und weiter gesonnt.

Wenig später bog auch schon der Caravan auf den Parkplatz. Die armen Jungs ohne festen Schlafplatz vom Vorabend, saßen plötzlich vor einem Wohnmobil statt vor dem Zelt und aßen anstatt Müsli, Brötchen und Ei.


Da wir nach Krk wollten und Marians Eltern auch, konnten wir nach dem zusammenpacken einfach unser Gepäck in das Wohnmobil packen und die 25km im Zeitfahrertempo zurück legen.

Nebenbei haben wir noch zu unserem Spaß einen Mountainbiker gedemütigt, als er versuchte an uns vorbei zu fahren.

Nicht viel später saßen wir am Krker Hafen in einem Café und schlürfen Latte Macchiato.

Dann noch eine Runde im Mittelmeer geschwommen um danach zu einem 4km Stellplatz zu fahren, wo auch gecampt werden darf. 

Der halblegale Campingplatz lag wunderschön gelegen in einer Bucht direkt am Wasser. 

Um auch hier noch bisschen das Meer und die Sonne zu genießen wurde das Paddelboot ausgepackt und die vorgelagerte Insel erkundet. 

Vor dem Essen durften wir dann noch warm im oder am (Außendusche) Wohnmobil duschen. 

Zu Essen kochte Anke für uns Kartoffeln und leckeren Fisch. 

Begleitet vom Bier ließen wir den Abend noch nett ausklingen. 

Danke Anke und Markus, dass wir uns so verwöhnen lassen durften.

30. Oktober 2018

Omisalj

3142km gefahren



Marcelij-Omisalj, 53km 


Was für ein Kindheitstraum?! Einmal in einer selbstgebauten Bude auch schlafen dürfen. Manchmal erfüllt sich an lang währender Traum mit einem mal ganz unerwartet. Die Nacht unter der verlassenen Fabrikhalle hatten wir sehr gut und vor Allem, und das war das wichtigste, trocken und unbeschadet überstanden. Diszipliniert wie immer war acht Uhr frühstücken angesagt, und um zehn sollte es auf die Räder gehen. 10.05Uhr und es ging los, im Trockenen. An die 30km mussten wir radeln, bis wir uns in dir Hafenstadt Rijeka navigiert hatten. Mit dem wohligen Gefühl im Bauch alles wieder hochfahren zu müssen ging es bis zur Innenstadt sehr steil bergab. Interessant war es tatsächlich Rijeka zu durchqueren, wobei das Stadtbild eher durch alte marode Häuser geprägt ist. Wie dem auch sei. So schnell wir wir in die Stadt gefahren sind, so langsam ging es hinaus. Wieder etwas außerhalb angekommen wollten wir unseren morgendlichen Einkauf mit Spühltüchern und Wasser komplettieren. Bevor wir aber den Laden betreten konnten, wurden wir von einem vor uns parkenden Pkw angehupt. Ein Mann mittleren Alters, etwas verlebt und mit einer circa dreifach gebrochenen Nase schaute uns verblüfft durch die Windschutzscheibe an. Promt stieg er aus und jeder von uns kassierte minimal zwei Highfives. Offensichtlich völlig von dem Socken über das was wir machen, verschwand er im Laden, um uns vier Liter Wasser zu kaufen. Bevor er dann mit mehrmaligem Betätigen der Hupe weiter gefahren ist, bekam jeder, na klar wie kann es auch anders sein, wieder ein paar Highfives. Mit der Verständigung verhielt es sich so, dass der Herr sehr sehr brüchiges deutsch sprechen konnte. Kurze Zeit später hielten wir dann unsere Brotzeit in der Sonne und konnten ein paar Sachen, die seit drei Tagen nass waren, endlich wieder trockenen. Obwohl wir eigentlich einen kleinen See am Festland angepeilt hatten, sind wir nach einigem hin und her doch Richtung Insel Krk gefahren. Nach dem Fall unserer Entscheidung waren lediglich drei Kilometer bis zur Brücke,über welche man die Insel erreichen kann. Bei strahlender Sonne haben wir inklusive Fahrradfahrerbonus die Brücke überquert, da wir anders als die Kraftfahrzeuge keine Maut zahlen mussten. Es war jedoch schon viertel vor fünf und es dämmerte schon leicht, bis wir den ersten Ort ganz im Norden der Insel Omisalj erreicht hatten. Sofort zu Beginn des Ortes viel uns der örtliche Sportplatz ins Auge. Also sind wir auf das Gelände gefahren und haben in dem geöffneten Sportplatzimbiss nachgefragt, ob wir neben dem Platz auf einem Stück Rasen campen dürften. Da leider leichte Verständigungsprobleme mit der Bedienung vorhanden waren, rief diese eine andere Dame an. Als sie diese nach mehreren Versuchen auch erreicht hatte, konnte Gerrit ihr auf englisch am Telefon erzählen, was unser Anliegen ist. Nach dem die Dolmetscherin es dann der Bedienung mitgeteilt hatte, führte diese uns zu dem geeigneten Platz. Hat etwas gedauert, den Schlafplatz hatten wir aber in der Tasche. Also noch Zelte aufgebaut, gekocht, gegessen und schlafen gegangen.

29. Oktober 2018

Marcelji

3089km gefahren


Brest- Marcelij, 47km


Nach der Zeitumstellung wurde es dann auch früher hell und schon um 6:30 Uhr waren Antonius und Thomas auf den Beinen. In der Nacht hatte es nicht geregnet und auch der Morgen war verhältnismäßig trocken. Antonius hatte also Gelegenheit seine Klamotten trocken zu fahren. Heißt er fuhr mit seinen Klamotten, die er an seinem Fahrrad befestigte, vor dem Unterstand auf und ab. Nach einiger Zeit kamen die beiden Radreisenden an uns vorbei, die wir bereits gestern kurz gesehen und gegrüßt hatten. Ein kleiner Radreisenden-Smalltalk ergab: sie sind auf dem Weg von Montpellier nach Griechenland, haben bereits 1100km hinter sich und waren auf der Suche nach einem festen Dach unter dem Kopf, da sie von den slowenischen Feuerwehrleuten, bei denen wir sie auch angetroffen hatten, vor dem aufkommenden Unwetter gewarnt worden waren. Kurz darauf kam dann auch schon die nächste Bekanntschaft vom vorherigen Tag. Ein kroatischer Ziegenbauer, der deutsch sprach und sich sehr interessiert an unserer Tour zeigte. Wie auch am Abend kurbelte er die Scheibe seines alten VWs herunter und fragte nach ob alles okay sei. Dann beschrieb uns die Route nach Rjelka. Ein erster positiver Eindruck der einheimischen Bevölkerung. Sein breites Grinsen am Morgen stimmte uns vier zuversichtlich, denn mittlerweile waren auch Marian und Gerrit aufgestanden. Es wurde gefrühstückt, die Sachen wurden zusammengepackt und wir starteten in den Tag. Da der Tunnel nicht mit dem Fahrrad durchfahren werden konnte, waren wir gezwungen uns erstmal wieder den Berg hinauf zu bewegen. Mit Rückenwind nach jeder zweiten Serpentine war der erste Teil schnell geschafft. Oben angekommen fragten wir im ersten Ort hinter der Grenze nach Wasser. Dann ging es weiter. Durch die kroatische Herbstlandschaft, die wohl kein noch so kitschiges Herbstgedicht ansatzweise beschreiben kann. Trotz des strömenden Regens also eine der schönsten Etappen unserer Tour. Eine Hügellandschaft bedeckt mit dichtem Wald in leuchtenden Herbstfarben, nur ganz selten mal ein altes zerfallendes Dorf, dass im leichten Dunst in einem Tal lag. Danach wieder der Aufstieg in die tief hängenden Wolken, bis man nur noch zehn Meter weit sehen konnte. Um sich dann wieder hinunteterrollen zu lassen immer schneller bis die Regentropfen im Gesicht zu Hagelkörnern wurden. Der Sturm wurde heftiger und auf den Straßen bildeten sich kleine Flüsse. Abgelenkt waren wir zwar aber trotzdem machte sich langsam Hunger breit. Wir machten eine kleine Nuss-Snack-Pause, da wir noch keinen Supermarkt gefunden hatten. Lange konnten wir nicht verweilen, denn mit der Nässe kroch auch die Kälte langsam unter unsere Jacken. Also schnell weiter zurück in die Zivilisation, denn neben dem Vorräten wurden auch unsere Akkus langsam knapper. Irgendwie ist man dann ja schon abhängig. Zumindest vom Navi und dem Online-Regenradar. Das große Unwetter sollte es in der Nacht geben. Da wir keine feste Unterkunft hatten, wollten wir uns auf die Suche nach etwas machen, das vergleichbar mit unserer Unterkunft war, an der wir am Morgen aufgebrochen waren. Erstmal ging es einen ganzen Teil bergab. Das Ziel Rijeka würden wir heute sowieso nicht mehr erreichen, da der Sonnenuntergang sich nach vorne verschoben hatte während wir noch im alten Rythmus waren. Um 16 Uhr hieß es vermutlich schon Schlafplatzsuche. Also erstmal zum Supermarkt, der mit einer kleinen Überraschung auf uns wartete. Doch keine Euro in Kroatien?! Naja. Kein Problem. Direkt neben dem Eingang des kleinen Ladens befand sich ein Bankomat an dem wir Geld zu einem, wie wir nachher erfuhren, sehr schlechten Kurs abheben konnten. 1 Euro wurde zu 6,80 Kn. Dann noch eine kurze Pause und es ging los mit der Suche nach einem Unterschlupf. Wir waren der dicht besiedelten Küste schon näher gekommen, weshalb wir beschlossen uns wieder ein bisschen ins Hinterland zu verkriechen. Bereits nach wenigen Kilometern sahen wir einen riesigen Unterstand. Circa 10m hoch. Nicht der ideale Windschutz aber so konnten wir wenigstens die Zelte im trockenen aufstellen. Vermutlich hatten hier bis vor ein paar Jahren Landmaschinen oder dergleichen geparkt. Direkt daneben die Firmenhalle. Irgendwie sah sie noch gut in Schuss weshalb wir ersteinmal einen Inspektiongang um das Gebäude starteten, um sicherzugehen, dass wir nicht morgens von Arbeitern überrascht wurden. Ganz sicher waren wir uns nicht. Alle Türen waren verriegelt, keine Einbruchspuren, zertrümmerte Fenster oder so etwas in der Art. Aber vor den großen Rolltoren wuchsen bereits junge Bäume. Bei unserer Untersuchung fanden, wir dann am Ende der Halle einen überdachten Bereich, der aber nicht mit Rolltoren verschlossen war. Anscheinend hatte hier schon einmal jemand übernachtet, denn an der Wand war eine Art Bude oder Windschutz aus Brettern, alten Türen und Steinen gebaut worden. Das hieß Planänderung. Wir holten unsere Fahrräder und erweiterten die Bude mit unseren Planen. Unsere Bleibe für die Nacht. Als alles fertig war, war es bereits dunkel. Um 16:45 Uhr. Dann das übliche. Kochen, erzählen, nur Musik gab es leider nicht, denn die Akkus mussten geschont werden. Um 18 Uhr lagen wir erwartungsvoll in unserer Bude und warteten auf das Gewitter.