19. September 2018

Hagenthal-le-Bas



Müllheim- Hagenthal-le-Bas, 45km


Was eine Tour so mit einem macht... so manch einer kann schonmal zum Frühaufsteher mutieren. So gelang es uns tatsächlich an diesem Morgen einheitlich gegen  viertel nach sieben aufzustehen. Ausser Thomas und Marians Berichterstattung über einen Trecker der wohl das ein oder andere mal nach an unseren Zelten vorbei gefahren ist, war es auch eine sehr angenehme Nacht. Ebenso neu wie das frühe Aufstehen war, dass wir unmittelbar danach direkt unser Lager abgebrochen hatten und gegen viertel vor neun die Erklimmung des Hügels fortgesetzt haben. 3km währte der Anstieg bis wir eine Lichtung erreichten und von der Sonne angestrahlt unser Frühstück zu uns nahmen. Aus einer Frühstückspause wurde eine sich bis viertel vor 12 ziehende "Seelebaumelnpause". Zugegeben war es im Nachhinein etwas unbefriedigend, da wir halt vor dieser Pause in dem Sinne nichts geleistet hatten. Egal... Schließlich ging es danach durch wunderschöne Landschaften bei strahlender Sonne weiter in Richtung Basel. Auch dort angekommen brauchte es etwas Zeit, da sich einerseits Antonius ein Buch gekauft hat und anderseits der Stadtverkehr und ein paar  Sehenswürdigkeiten ihre Zeit benötigen. Nach diesem Kurztripp durch die Schweiz ging es promt wieder nach Frankreich. Wieder in Frankreich schmissen wir nach kurzem Einkauf unseren Kocher an, wonach wir klassisch unsere 1000g Nudeln weggeputzt haben. Entgegen der Planung dauerte diese Essenspause bis ca. 18 Uhr. Danach hieß es einen Schlafplatz zu finden. 10km führte uns unser Weg durch zwei Dörfer und an einem Golfplatz vorbei. Während sich bereits leichte Verzweifelung breit machte, klingelten wir gegen 19Uhr bei einem Haus mit einer großen Wiese nebenan. Zu unserem Glück sprach der älterer Herr perfekt Deutsch und lies uns freundlicherweise auf seiner Wiese unser Lager aufschlagen. Noch dazu lies er uns in seinem Keller duschen. Nach diesem Erlebnis wurde uns wiedermal klar, wie viele nette Menschen es gibt, die einem gerne eine Herberge bieten.

18. September 2018 

Müllheim

729km gefahren

 

Freiburg-Müllheim, 45km

 

Noch ein letztes Mal nutzten wir den Luxus den eine WG mit sich bringt: Ausschlafen auf weichen und großen Matratzen, ausgiebig duschen, WLAN, richtiger Kaffee und ein längeres Frühstück. Danach hieß es dann los in Richtung Basel bzw. in Richtung Weil am Rhein, den letzten Ort in Deutschland. Natürlich wollten wir unser Luxushotel nicht verlassen und starteten erst um 13:15 Uhr in unseren ersten Tag nach der Pause, als uns die ersten Kinder und Jugendliche aus der Schule entgegen kamen. Während wir unsere Räder auf dem Gehweg vor der Wohnung bepackten, wurden wir wieder mehrfach von Passanten angesprochen. Wo wir denn hinwollen und warum wir nicht in der Schule oder bei der Arbeit sind wurden wir gefragt. Unglaublich herzlich und offen, die Freiburger, das bleibt von dieser Stadt auf jeden Fall hängen. Unter anderem kam auch die Frage von einem älteren Ehepaar, ob wir denn auch Regenklamotten dabei hätten. Natürlich haben wir welche dabei. Aber wieso die Frage?! Strahlender Sonnenschein und eine leicht schwüle Hitze lag in der Stadt. Nach einigen Kilometern aus der Stadt heraus wurde es uns dann klar. Als wir uns umdrehten sahen wir die schwarze Wolkenwand. Bevor es also richtig losging machten wir die erste Pause, immernoch in der Hoffnung, dass das Gewitter an uns vorbeiziehen würde. Nach einer doch längeren Diskussion über das deutsche Schulsystem ging es dann erst um 16:30 Uhr weiter. Ein paar sehr schöne Kilometer ging es dann noch weiter, weiter Richtig Weil am Rhein. Nach gut 40km erledigten wir unseren täglichen Einkauf. Da es doch immer windiger wurde und es sich immer weiter zu zog, erschlossen wir uns so schnell wie möglich einen geeigneten Platz für unser Nachtlager zu finden. So ging es nach dem Supermarkt noch etwa 4km steil bergauf. Während unseres ersten richtigen Anstiegs wurde es um uns herum und am Horizont immer lauter und dunkler. Aus diesem Grund entschlossen wir uns dazu unser Nachtlager auf einer Wiese am Wegesrand aufzubauen. Zunächst spannten wir eine unserer Planen zischen zwei Bäumen und zwei Rädern auf, um eine trockene Sitzgelegenheit zu haben. Nachdem auch beide Zelte standen, fing es auch promt an zu regnen. Im trockenen sitzend versuchten wir Wasser für unser Kilo Fusilli zu erhitzen. Zu unserem Ärgernis blieb es leider nur bei einem Versuch, weil der Kocher an diesem Abend nicht gegönnt hat. Somit musste unsere für den nächsten Tag angedachte Brotzeit herhalten um unsere leeren Mägen zu füllen. Währenddessen hätte der Regen schon wieder aufgehört. Nur am Horizont erleuchteten Blitze die Nacht. Nach dieser kurzen Mahlzeit ging nach schnellem Abbau der Plane und Allem was noch draußen herum lag schnell in die Horizontale, wo wir es uns gemütlich machten und hofften, dass wir von Blitz und Donner verschont bleiben.

Plobsheim-Freiburg

 

16.09.2018

Freiburg

684km gefahren

 

 

Plobsheim-Freiburg, 67km

 

Bei wunderschönem Wetter sind wir nacheinander ab 8.00 Uhr aus dem Zelt getrudelt. Bis sich alle zum Frühstück versammelt hatten, genossen wir die warmen Sonnenstrahlen bei blauem Himmel. Anschließend folgte das stundenlange Zusammenpacken, welches noch immer kilometerweit von Perfektion entfernt ist. Nachdem unsere Drahtesel dann doch endlich wieder zum Aufsatteln bereit standen, haben wir uns gegen viertel vor 12 Uhr auf den Weg  Richtung Freiburg gemacht, wo uns an diesem Abend wieder ein Dach über dem Kopf erwartete. Nach wenigen Kilometern erreichten wir den vom Vortag bereits bekannten Rhein-Rhone Kanal. Den wunderschönen Radweg konnten wir trotz kurzer Unterbrechungen voll genießen. Denn Marians Knie bereitete Probleme. Nach ein paar kürzeren Pausen mit Dehnübungen und Einsalben des Knies ging es dann doch recht schnell weiter. Besonders das gute Wetter und der wunderschöne Kanal motivierten uns. Nach ca. 20km verließen wir diesen dann in Richtung Rhein, der hier die natürliche Grenze zwischen Deutschland und Frankreich markiert. Eine kostenlose Fährüberfahrt und die Äpfel am Wegesrand sorgten für Hochstimmung. Vom Rhein ging es dann in die weite Ebene mit dem Blick auf die Berge des Schwarzwaldes am Horizont. Unsere Brotzeit nahmen wir dann an einem kleinen Fluss namens Bleiche ein, wo wir unsere geheiligten Stühle auspackten. Dort genossen wir die schöne Umgebung und das sonnige Wetter. Nach dieser ausgiebigen Pause verblieben noch knapp 30 Kilometer, welcher gefühlt wieder wie im Flug vorübergingen. So kamen wir zeitig gegen 18 Uhr bei Rebecca, der Tochter von Johannes, in Freiburg an. Zu unserem Glück stand uns dort ein sehr geräumiges zur Zeit gerade leerstehendes WG Zimmer zur Verfügung inklusive Bett und Matratzen. Wer weiß wann sich dieser Luxus wiederholt... So begaben wir uns gegen 20.00 Uhr frisch geduscht in Richtung Innenstadt, wo wir uns mit einem leckerem Döner im Bauch auf Empfehlung von Gerrits Vater in den Biergarten des Brauhauses Feierling setzten. Dort tranken wir jeweils zwei Maß und die Stimmung wurde immer besser und lockerer. An dieser Stelle auch nochmal schöne Grüße an Luisa, die uns im Biergarten bedient hat. Auf dem Weg zurück zur Wohnung, wollten wir noch einen kurzen Stopp bei einer Tankstelle einlegen. Aus uns heute unerklärlichen Gründen, sind wir dort von einem sehr netten jungen Mann, namens Monti auf einen Mitternachtstrunk eingeladen worden. Genau diese Art von Begegnungen, machen eine Reise wie die unsere aus. Einfach herzensgute, weltoffene Menschen kennenzulernen ist einfach toll. Monti hat uns erzählt, dass er nun seit zwei Jahren in Deutschland wohnt und in einem Golfclub nahe bei Freiburg arbeitet. Er ist vor einigen Jahren aus Syrien geflohen, wo er ein Psychologie-Studium begonnen hatte. Dieses musste er zwangsweise abbrechen und beginnt nun eine Ausbildung als Altenpfleger. Dafür von uns erstmal großen Respekt. Im weiteren Verlauf des Abends ging es dann wohlgesinnt in das bequeme Bettchen in der Wohngemeinschaft.

 

15. September 2018

Plobsheim

617km gefahren

 

Aus dem Geäst zwischen Deutschland und Frankreich bis Plobsheim, 90km

 

Heute starteten wir früh! Denn an Schlafen war bei gefühlten -10 Grad nicht zu denken. Da der Platz im Zelt auf 26cm Breite pro Person begrenzt war, hatten wir beschlossen die Schlafsäcke draußen zu lassen und nur die Innenschlafsäcke zu benutzen...Körperwärme wirds schon richten. Naja es war dann 6:30 Uhr als wir verfroren aus dem Zelt krochen und uns warm einpackten und sehnsüchtig zum Horizont auf die ersten Sonnenstrahlen starrten.
Schnell warm wurde es jedoch als wir uns 8:15 Uhr auf die Drahtesel schwangen.
Erste Pause und unser Frühstück machten wir nach den ersten 20km bei blauem Himmel direkt am Rhein.
Wir kochten Reis mit Currysoße, da wir am Vorabend nichts Warmes gegessen hatten... Beides ließ geschmacklich allerdings seeehr zu wünschen übrig.
Die nächsten 67km bis Straßburg pedalierten wir mit immerhin vollem Magen locker weg.
Doch auch dort verweilten wir nicht lange. Der erneute Hunger zog uns auf der Suche nach einem günstigen Supermarkt entlang des Rhein-Rhone Kanals schnell wieder raus aus der Stadt.
In Eschau wurden wir schließlich fündig und deckten uns ordentlich ein, um auch für Sonntag gerüstet zu sein.
Mit beeeestimmt locker 10kg Essen mehr suchten wir uns zwischen dem Kanal und Rhein eine nette Wiese zum Campen.
Fündig wurden wir in Plobsheim, wo uns ein Obstbauer netterweise eine Ecke überließ.
Jetzt schnell schlafen morgen geht's weiter nach Freiburg, mit Aussicht auf eine warme Dusche.

 

14. September 2018

Im Geäst zwischen Frankreich und Deutschland

527 km gefahren

 

 

Ettlingen bis übern Rhein, 20km

 

Nach einer anstrengenden Etappe am Vortag stand an diesem morgen wieder Luxusfrühstück auf dem Stundenplan. Nach dem ausgiebigen Frühstück bei Antonius Patenonkel und der ausgiebigen Nutzung des WLANs und der Steckdosen schafften wir es gegen halb zwei wieder unsere Räder zu besteigen. Jedoch mussten noch einige Einkäufe erledigt werden. So ging es vom DM zum Hagebaumarkt, zum Real und zur Apotheke um uns wieder mit ausreichend mit Essen einzudecken und Planen für unsere Zelte zu kaufen und Salbe für Marians Kniewehwehchen zu holen. Um dennoch ein paar Kilometer zu fahren, sind wir nach Neuburg am Rhein gefahren um diesen dort wieder zu überqueren. Auf der anderen Seite wurde erstmal ordentlich geschlemmt. Da wir an diesem Tag nicht wirklich geschwitzt hatten, entschlossen wir uns das erste mal wild zu campen. Somit führte uns unsere Suche nach kurzer Zeit in ein kleines Waldstück, ein wenig ab vom Weg, an einen kleinen Fluss, welcher eine Grenze zwischen Deutschland und Frankreich markiert. Da dort weder ausreichend Platz vorhanden war, noch genügend ebene Fläche, es fast dunkel war und uns die Mücken bereits in den ersten Minuten auf die Nerven gingen, beschlossen wir mit vier Mann in Gerrit und Antonius Zelt auf zwei Matratzen zu schlafen (heißt 29cm für jeden)und unsere Fahrräder bepackt stehen zu lassen.Wie das geendet hat kann man sich dann ja fast denken...

13. September 2018

Ettlingen

513km gefahren

 

Ostenhofen-Ettlingen 113km

 

Da wir an diesem Tag wieder ein festes Ziel erreichen mussten, haben wir an diesem Morgen tatsächlich alle um ca. viertel nach sieben die Horizontale verlassen. Somit konnten wir uns gegen halb zehn auf unsere Drahtesel schwingen und unsere bisher zweit längste Etappe Richtung Ettlingen zu Antonius Patenonkel starten. Weil das Frühstück an diesem Morgen relativ mager ausgefallen ist und uns am Vorabend eine richtige warme Mahlzeit verwehrt geblieben ist, machte sich nach ca. 20km bei allen Chaoten Hunger breit. Aus diesem Grund sind wir schon gegen elf Uhr bei einer Filiale einer Fastfoodkette eingekehrt, wo wir uns eine kleine Stärkung gegönnt haben. Da auch dies nicht lange vorhielt, beschlossen wir bei Kilometer 50 uns unser Mittagessen vor dem Dom zu Speyer selber zu Kochen. Mit einer ordentlichen Portion Couscous im Magen wagten wir uns gegen halb vier wieder auf die Räder, um die zweite Hälfte der Tagesetappe zu bewältigen. Doch selbstverständlich ist auch dies nicht wie geplant verlaufen. Zunächst durften wir zum ersten mal unsere Regenkleidung etwas testen und wir befanden uns immernoch auf der westlichen Rheinseite. Im Hinblick auf Wetter und Landschaft war die Etappe im Allgemeinen ein extremer Gegensatz zu den Tagen davor. Deutlich städtischer mit vielen Hauptstraßen und ein grauer Himmel. Wenigstens nicht sehr kalt  Um den Rhein zu überqueren führte uns das Navi zu einer Fähre, welche jedoch, wie gefühlt jede Fähre, grad geschlossen hatte... Ein älterer hiesieger Herr begleitete uns auf seinem E Bike netterweise einige Kilometer, um uns wieder auf den richtigen Weg zu führen. An der Gabelung, wo er sich wieder veraschiedet hatte, hat er uns in chirurgischer Präzision beschrieben, welchen Weg wir wo einschlagen müssen. Da sowohl die Verständlichkeit des Dialektes zu wünschen übrig lies und es für einen Normalsterblichen wohl nie und nimmer möglich ist, sich gefühlt zwei Dutzend Gabelungen zu merken, bedankten wir uns nett und beschlossen kurzer Hand das Navi wieder anzuschmeissen. Weiter ging es nun durch leichten Nieselregen Richtung Leimersheim am Rhein, wo wir den großen Fluss wieder überquerten. Somit verblieben nach der Überquerung noch knapp 25 km, welche wir mit der Vorfreude auf eine warme Dusche und ein warmes Wohnzimmer mit letzen Kräften sehr schnell runtergeradelt haben. Vor dem Karlsruher Schloss haben wir noch zwei uns bereits bekannte Radreisende getroffen, welche wir zuvor in Speyer und auf der Rheinroute gesehen haben. Wir sich herausstellte sind die beiden Schotten unterwegs Richtung Griechenland und fahren ungefähr dieselbe Route wie wir. Mal sehen ob wir die Netten nochmal wiedersehen... Schlussendlich sind wir, durch die Verzögerungen um acht Uhr in Ettlingen angekommen, wo uns Johannes mit alkoholfreiem Weizen und Brezeln in der Garage in Empfang nahm. Nach dieser kurzen, aber sehr erfrischenden Stärkung, sowie nach einer warmen Dusche, haben wir den Abend entspannt gemeinsam im Vogelbräuhaus ausklingen lassen.

12. September 2018

Osthoven

400km gefahren


Trechtingshausen-Osthoven


Früh losgekommen?! Dreimal dürft ihr raten. Aber der Morgen am Rhein war zu schön, um ihn mit Hektik zu verschwenden. Für die heutige Etappe trennten wir uns ab Bingen, dem ersten Ort der Route, vom Rhein. Das hieß, dass das Höhenprofil auf dem Navi zum ersten Mal deutliche Aufs und Abs verzeichnete und das bei 35 Grad. Körperlich also eine anspruchsvolle Etappe, was uns aber erst zum Ende hin auffiel, da das Wetter und die schöne Landschaft uns so motivierten, dass wir unsere Beine zunächst ganz vergaßen. So konnten wir die ersten 45km in hohem Tempo hinter uns bringen und brauchten diesmal nicht lange um in die Etappe zu starten und unseren Rythmus zu finden. Vielleicht auch weil sich unsere Körper und Köpfe langsam an den täglichen Ablauf gewöhnen. Landschaftlich war die Tour nicht mehr durch den Fluss geprägt, anders als die Tage zuvor. Keine grünen Wiesen mehr sondern viele vertrocknete Gräser, Pflanzen und Felder. Anscheinend hat es hier lange nicht mehr geregnet und die Wolken, die wir heute gesehen haben kann man wohl an einer Hand abzählen. Ein bisschen fühlten wir uns schon wie in Italien, was nochmal zusätzlich für Motivation sorgte endlich die "echten" südlichen Regionen Europas zu entdecken. Unterbrochen wurde die trockene Gegend durch die grünen Weinstöcke, die nicht nur landschaftlich im Mittelpunkt stehen sondern auch kulturell. Hier in der Region dreht sich alles um den Weinanbau. So ist zumindest unser Eindruck nach dem hundertsten Weingut, an dem uns die Route vorbeiführte.Wir wurden Zeuge der Weinernte und konnten selber die Früchte probieren. Meeegaaa lecker! Besonders auffällig war auch heute wie herzlich sich die Einheimischen uns gegenüber zeigten und wir konnten immer wieder von ihren Tipps profitieren und hier und da mal unsere Route ändern. Am Abend wurden uns dann "Neuer Wein", Zwiebelkuchen und eine warme Dusche angeboten, als wir auf dem Gelände der Tennisabteilung der TGO (Turngemeinschaft Osthoven) nach einer Übernachtungsmöglichkeit fragten. Zwar konnten wir nicht auf dem Gelände selber übernachten, aber der angeschlossenen Parkplatz würde wohl kaum vom Ordnungsamt oder der Gleichen kontrolliert, sagte einer der Mitglieder des Clubs, weshalb wir unsere Zelte dort aufschlugen. 

11. September 2018
Trechtingshausen
316 km gefahren

Weissenthurm-Trechtinghausen, 80 km

Sind wir wie geplant früh aufgestanden? Natürlich nicht wie jeden Morgen.
Obwohl wir recht gut schlafen konnten, nachdem uns noch das Ordnungsamt, am späten Abend, einen Besuch abgestattet hat und die gefühlt 10 m entfernte Zugverbindung, an der alle paar Minuten ein Güterzug an uns vorbei, über die schlecht ausgebauten Gleise gerattert ist, haben wir es geschafft um 9:30 Uhr aufzuwachen. Tour Papa Thomas, der es aus seinen langen Arbeitsjahren, gewohnt ist früh aufzustehen, hat uns schon mit aufgeheizten Wasser, für unseren morgendlichen Kaffee, erwartet. Anschließend sind wir nach einem ausgiebigem Frühstück, der Verabschiedung des netten Boulverfechters, der bei uns am morgen nochmal vorbei geschaut hat und nachdem wir unsere vier  Sachen auf unsere Fahrräder gepackt hatten, um ca. 12:00 Uhr losgekommen.
Das Wetter war mal wieder mit Sonnenschein und ca.30°C auf unserer Seite. Daher konnten wir die ersten Kilometer, bis zum deutschen Eck, locker runter radeln. Da wir, seitdem wir mit dem Fahrrad unterwegs sind jeder für drei Elefanten essen. Mussten wir unsere Mittagspause, die eigentlich für hinter Koblenz vorgesehen war, vor die Statue von Willhelm I. verlegen.
Aus Koblenz raus, ging es weiter am Rhein entlang, wo die Natur mit jedem gefahrenen Kilometer schöner wurde. Die Landschaft sah aus, wie man sie aus der WDR-Sendung "Wunderschön" kennt. Dazu wurden die Leute immer freundlicher, wodurch wir natürlich auch mehr Motivation hatten.
Am Abend, als wir uns wieder auf die Suche nach einem Schlafplatz gemacht haben, fanden wir nach einigen Absagen einen Bolzplatz. Dort hat Gerrit zwei nette Damen gefragt, ob man dort übernachten dürfte. Diese verwiesen ihn dann dazu dem Bürgermeister zu besuchen, da dieser gerade eine Sprechstunde hatte. Der Weg bis zum Rathaus durch Trechtinghausen war verwunderlich schön. Die Erlaubnis haben wir dann schnell abgeholt. Auf die Frage, wo denn der nächste Supermarkt ist, haben wir dann, zur Freude von uns, erfahren, dass es den nächsten Supermarkt 7 km entfernt im nächsten Ort gibt. Also teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Thomas und Gerrit fuhren zum Supermarkt und Antonius und Marian schlugen das Lager, in perfekter Lage, direkt am Rheinufer auf. Dieser dient übrigens perfekt als Waschgelegenheit. Nach ausgiebigem Abendessen können wir uns jetzt entspannt in unsere Zelte verkriechen.

10. September 2018

Weissenthurm

236 km

Bonn - Weissenthurm, 58km

 

Für den dritten Fahrtag hatten wir uns vorgenommen verhältnismäßig früh los zufahren. Da sich die Baustelle, die direkt an unserem Camp lag, als nicht allzu laut erwiesen hatte und uns nicht schon um sechs geweckt hat, sind wir nach entspanntem Frühstück und Lagerabbruch um kurz vor zehn losgefahren. Dennoch sind wir auch am dritten Tag schleppend losgekommen, da noch einige Besorgungen in Bonn getätigt werden mussten, wie z.B. eine LTE Karte für regelmäßige Updates auf der Website und auf Instagram (wenn es denn mal funktionieren würde). Doch ab unserem Mittagessen bei Sonnenschein am Rhein (bei uns klassisch wieder aus einem Brot mit Gurken, Tomaten, Käse und Ketchup), folgte ein schöner, ca. 30km langer Streckenabschnitt, den wir mithilfe von Windschatten schnell runterradeln konnten. Als wir dann die Grenze zu Rheinland-Pfalz überquert haben trafen wir auf immer mehr unfreundliche Gesichter. Auf erste Fragen nach einem Schlafplatz stießen wir auf weniger herzliche Antworten, als am Vortag. Entweder sind die Leute den Rheinradreisenden schon überdrüssig oder es lag am Montag. Wer weiß.

Nach einem Einkauf für das Abendessen und Frühstück haben wir dann doch schnell einem geeigneten Schlafplatz gefunden. Netterweise durften wir unter einem Unterstand des Boulodromes pennen, ein Gelände der Bouleabteilung vom TV Weißenthurm:,, Jaa, man kann auch jede noch so absurde Sportart professionell betreiben'', Zitat von Max einem Boulespieler. So brauchten wir gar keine Zelte aufbauen und konnten von der Schalfmatte direkt nach vorne auf den Rhein schauen. Nach hinten schauen wir lieber nicht... Güterzugverkehr und rechts sehen wir die schöne Silhouette eines Kühlturms. Wie wir auf Nachfrage erfahren haben, ist das AKW zum Glück schon im Abriss. Danke an Max, der uns noch acht Pilsbier ausgegeben hat. Einen Luxus, den wir uns sonst nicht leisten würden.

9. September 2018

Bonn

188 km

 

 

Köln-Bonn, 45 km:

 

Nachdem wir ordentlich Heia-Bu-Bu ("Ja, schreib das so!") gemacht und den Wecker um 8 Uhr eiskalt ignoriert haben, bewegten wir uns langsam in die Vertikale. Nach auuuuuusgiebigem Frühstück, einer Dusche (vor allem Marian) und dem Genuss des WLANs gings dann erst um 14 Uhr eine Straße weiter zu Thomas Onkel für einen kurzen Besuch. 14:30 Uhr Abfahrt zum obligatorischen Kölner-Dom-Foto. Danach dann linksrheinisch immer weiter durch die überfüllte Altstadt bis es keine Brücken mehr gab und wir uns ärgerten, dass wir auf der falschen Seite gelandet sind. Irgendwie sah's am anderen Ufer doch besser aus, aber so wird es uns wohl den ganzen Weg am Rhein entlang gehen. Man will immer das Ufer was man gerade nicht hat. Nach der gestrigen Tour wollten wir dann mal ein bisschen entspannen und haben uns einen grünen Fleck auf Google Maps gesucht. Gelandet sind wir dann in abends um 18:30 Uhr in Geislar/Bonn an einem wegen Bauarbeiten geschlossenen Sportplatz. Wo wir netterweise unsere Zelte mit der Erlaubnis des 1. Vorsitzenden aufschlagen durften. Danke Jens! Den wir über die Telefonnummer am Infoboard des FV Preussen Bonn erreichen konnten. Die Telefonnummer lautet 0800/...

Erster Hilfreicher Tipp: Sportplätze als Übernachtungsmöglichkeit

 

8. September 2018

Köln

133km gefahren

 

 

Borken-Köln, 133km: 

 

Abschied nehmen und loslassen ging dann wohl doch nicht so leicht und schnell. Nach einem Frühstück mit Familie und Freunden hat sich unsere Abfahrt um die ein oder andere Stunde verschoben. Begleitet von ein paar Freunden ging es dann los in den Nachbarort Raesfeld, wo wir diese dann auch noch einmal verabschiedet haben. Um 13:00 Uhr, anders als die geplanten 10 Uhr, sind wir dann zum ersten Mal in unserer Vierergruppe losgezogen, kamen aber irgendwie schwer voran. Die erste lange Pause haben wir dann schon nach nur knappen 2 Stunden im Sattel gemacht. Aus dem Münsterland ins Ruhrgebiet. Zuerst ging's dann auch dort schleppend durch Oberhausen und Duisburg mit echt vielen Ampeln, Kreuzungen und Navigationspausen. Ziemlich hässlich aber irgendwie hat das Ruhrgebiet dann doch manchmal Charme und mehr grüne Flecken als man denkt. Düsseldorf war dann schon deutlich fahrradfreundlicher wahrscheinlich auch weil die Stadt dafür mehr Mittel hat. Eine deutlich reichere Gegend. Das haben wir dann gemerkt,  als wir uns plötzlich auf der Königsallee wiederfanden. Menschen, die mehr Taschen trugen als unsere Fahrräder. Nur halt nicht vom Ortlieb, sondern von Prada, Louis Vuitton oder  Gucci. Dann die letzten 45 km nach Köln-Mülheim, die uns einiges abverlangten, zu Gerrits Tante und Onkel. Vielleicht war es dann doch ein bisschen zu viel des Guten, 133km am ersten Tag. Angekommen sind wir dann nach einigem hin und her um 22:30 Uhr. Mit einer großen Portion Nudeln im Bauch sind wir dann auf unsere Matratzen in einer leeren Altbauwohnung gefallen. Vermutlich ein Luxushotel im Vergleich zum Komfort der nächsten Monate.