15. November 2018

Ston

3791km gefahren


Ruine-Ston, 51km 

Der Morgen verführte uns wieder etwas zum bleiben. Eine schöne, ruhige und verlassene Atmosphäre an einem See nahe der Jadranska Magistrala war ein Grund dafür, dass wir gegen 13 Uhr losgefahren sind. Also hatten wir an diesem Tag wieder nur ca 3-4 Stunden bis zur Dämmerung. Das Ziel des Tages: Nach Bosnien reinfahren und wieder rausfahren. Nach ca. 25 Kilometern haben wir dazu entschieden, doch noch eine Flotte Brotzeit einzuschieben. Vorher haben wir die "Mandarinenebene" durchquert. Die Jadranska Magistrale verlief ein Stückchen durch das Landesinnere durch ein ausnahmsweise flaches Gebiet, welches durchweg mit Mandarinenplantagen zugepflastert war. Da ca. 100 Mandarinenverkaufsstände an der Straße entlang verteilt standen, ließen wir uns doch dazu verleiten beim aller letzten 5kg Mandarinen für einen Appel und ein Ei zu erwerben. Bei schon kenntlicher Dämmerung erreichten wir die Kroatisch-Bosnische Grenze. Dort, in der einzigen Bosnischen Stadt am Meer haben wir noch eben unseren Wassersack in einem Restaurant füllen lassen und haben kurze Zeit später fast im Dunkeln wieder die Bosnisch-Kroatische Grenze überschritten. Der Grund, warum wir nun im Stockdüsteren nach einem Schlafplatz Ausschau halten mussten war, das wir angehalten in einer Parkbucht ein Koreanisches Pärchen getroffen haben, die den gesamten Weg von Südkorea bis hierher mit dem Auto gefahren sind. Während wir uns mit ihnen unterhalten haben, ist eine schwarze Gestalt mit ordentlich Gepäck an uns mit dem Fahrrad vorbeigefahren. Wohl gemerkt ohne Licht und deshalb kaum zu erkennen. Schon das haben wir sehr kritisch beäugt, da die Straße weder einen Seitenstreifen noch über Laternen verfügt. Als wir dann weiter gefahren sind, haben wir die schwarze Gestalt schnell wieder eingeholt und haben gefragt ob er in unserer Mitte fahren will. Zufälligerweise kam der 24 jährige aus Berlin, was für die Verständigung natürlich deutlich einfacher war. Mit ihm zusammen sind wir dann nur gut 100 Meter gefahren und haben dann einen Pfad ab der Straße genommen, wo wir in der Natur unsere Zelte aufbauen konnten. Daimien hatten wir diesen Abend eingeladen mit uns zu campen und zu essen. Also waren wir vorerst zu fünft mit drei Zelten. Bei unserem ersten gemeinsamen Abendessen konnten wir uns schon etwas kennenlernen, wobei der größte Redeanteil bei Daimien lag. Etwas verwundert waren wir darüber, dass er zwei Wochen zuvor in Zagreb ausgeraubt wurde und seitdem ohne Geld unterwegs war.