Myanmar

Das Land mit dem gruseligen Lächeln. 

Alles begann nach der Grenze damit, dass man sich wieder an ein neues Land gewöhnen muss, was sich in Myanmar vor allem auf das Campen und übernachten bei Burmesen bezog, da es in Myanmar offiziell nur erlaubt ist in offiziellen Hotels und Resorts zu schlafen. Da dies an den ersten Abenden aber schon sehr gut funktionierte wurde man mit der Zeit auch wieder immer lockerer. Man hat auch sofort gemerkt, dass viele Menschen uns lieber eingeladen hätten als uns campen zu lassen. An einem Abend mussten wir sogar mit der Polizei reden, da ein "Dorfoberhaupt" meinte es sei zu gefährlich auf einer Wiese neben einem Wald zu campen, aber sogar den Polizisten konnten wir davon überzeugen, dass wir dort campen durften. 

Da wir ja schon mit 4 anderen Radreisenden unterwegs waren und kurz nach der Grenze noch ein weiterer dazu stieß war es natürlich ziemlich leicht sich gemeinsam an das Land zu gewöhnen.

Eine andere Umstellung war auch, dass man in Myanmar meistens nur kleine Straßenläden gefunden hat, bei denen man nur das Nötigste finden konnte. 

Der erste größere Stop in Myanmar, war Mandalay. Kurz vorher trennten wir uns von den andere Radreisenden außer Johannes und fuhren dann mit ihm in die alte Königsstadt. Dort hatten wir Kontakt mit Paul, der dort für die UN arbeitet über wieder einige Ecken des Bekanntenkreises von Gerrits Familie aufgenommen. In seinem Haus hatten wir dann zwei eigene Zimmer, Dusche, Waschmaschine und eine Küche. Mal wieder Luxus für uns. Nachdem wir ein bisschen was in der Stadt angeschaut hatten, die erste sehr leckere Pizza nach einigen Monaten mit Paul und seiner Frau genossen und uns ein paar Tage ausgeruht hatten, ging es nach Bagan, die Stadt der ewigen Tempel. Dort trafen wir auch wieder auf die anderen Radreisenden. In der Region verbrachten wir dann einen Tag damit uns die unzähligen Tempel anzuschauen und schöne Camp-Spots zu finden.

Am nächsten Tag begann das burmesische Neujahr und damit auch das "Thingyan" bzw. Wasserfest. Kurz zusammengefasst, mindestens vier Tage gehen die Leute in Myanmar auf die Straßen, bewaffnen sich mit Wassereimern und Wasserschläuchen, womit sie sich gegenseitig nass machen. Manche betrinken sich und manche fahren den ganzen Tag mit ihren zu lauten Rollern und Motorrädern durch die Gegend. Bei den Temperaturen von gefühlt 45°C waren die kalten Abkühlungen toll, allerdings nur als man zu Fuß in den Straßen unterwegs war. Zurück auf dem Fahrrad war es eher gefährlich, da die Leute an den Straßenrändern standen und einem im vorbeifahren gerne Mal mehrere Liter Wasser entgegengeworfen haben.  Deswegen konnten wir leider nur die ersten beiden Tage in Meiktila wirklich genießen.

Der nächste Stop war Naypyidaw, die neue verlassene Hauptstadt des Landes, mit leeren zwanzigspurigen Straßen und unzähligen in die Höhe gebauten Palästen und Pagoden. Diese Stadt war sehr paradox. Man fährt als einzige Person an perfekt aussehenden Gartenlandschaften vorbei, auf einem riesigen High Way wo außer dir niemand ist. Der Grund dafür ist, dass die Stadt nur für Militärparaden und repräsentative Zwecke aus dem Boden gestampft, wurde. Die meisten Menschen, die dort leben, sind Politiker.

Von dort aus nahmen wir einen Zug über 400km nach Yangon.  In der alten Hauptstadt des Landes, verbrachten wir 3 Nächte in einem Hostel und genossen die restliche Zeit mit den anderen Radreisenden. Nachdem wir Yangon verließen wollten wir nur noch mit Johannes, ein bisschen schneller als die anderen, weiter in Richtung Thailand fahren. Wir hatten eine echt tolle Zeit mit den anderen. 

Eine andere Sache die in Myanmar begann, war die Mittagshitze. Temperaturen bis zu 42°C machten es fast unmöglich in der Mittagszeit zu fahren. Deswegen entschieden wir uns dazu Mittags längere Pausen zu machen und erst dann weiter zu fahren wenn es sich ein wenig abgekühlt hatte. Nachts blieben die Temperaturen auch sehr hoch, dass man es in unserem dicken warmen Zelt nicht mehr aushalten konnte. Deswegen probierten wir etwas neues. Wir benutzen unser Mückennetz als Schutz vor Insekten und hofften jede Nacht, dass es nicht regnete. Unter dem Netz war es mit dem leichten Wind sehr viel angenehmer und wir konnten wieder Schlaf finden. Sehr zu empfehlen.

Generell war Myanmar ein sehr interessantes Land. Anders als wir es uns vorgestellt hatten, war es nicht so grün und bewachsen, was allerdings an der Trockenzeit lag, zu der wir das Land durchquerten. Wir hatten sehr viel Spaß mit tollen Menschen, vor allem mit den anderen Reisenden, die wir immer mit Myanmar verbinden werden. Danke nochmal an Trystan und Josephine, ein Pärchen aus England, was auf dem Weg nach Neuseeland ist, Cloé, ein Französin, für die es nach Japan gehen soll, Sebastian, ein Bayer der noch nicht weiß wo und wann seine Reise endet und natürlich Johannes, der uns sehr ans Herz gewachsen ist und erstmal in Richtung China unterwegs ist. Das gruselige Lächeln des Landes, kommt übrigens dadurch zustande, da viele Burmesen Betelnüsse kauten, wodurch sich ihre Zähne rot verfärben und sehr ekelig aussahen. Diese "Droge" ist in Myanmar vor allem sehr berühmt, da sie sehr günstig ist. Obwohl die ganzen Leute zerstörte rote Zähne hatten, genossen wir die vielen Leute, die uns zulächelten. Ein sehr fröhliches Land im Vergleich zu Indien.

Ein weiters Land auf unserer Liste und viele weitere neue Eindrücke.

14.-30. April 2019, Alipurduar-Moreh 

Indien ist für uns eines der stressigsten und anstrengendsten Länder der Tour gewesen. Über 1200 Kilometer ging es für uns durch den Nordosten des Landes. Über hohe Berge, durch Naturschutzgebiete, durch Städte und durch ländliche flache Gebiete. 

Das anstrengende für uns waren vor allem  die Menschen. Diese starrten einen oft einfach an, stellten sich neben einen und sagten nichts. Sie wirkten einfach Gefühls los. Außerdem wirken die Menschen sehr stressig, aber haben immer sehr viel Zeit gebraucht um etwas zu erledigen.

Oft sind wir auch tagelang an kleinen Plastikhütten vorbeigefahren, wovor Menschen saßen, die von morgens bis abends mit einem Hammer, große Steinbrocken zu kleinen Steinen verarbeiteten. Monotone Stumpfe Arbeit, damit die Menschen wenigstens irgendetwas zu tun haben. Generell sind gefühlt die meisten Arbeitsplätze überbesetzt. So etwas zu sehen, lässt einen seine Möglichkeiten und seinen Lebensstandard, den wir in Deutschland haben schon wertzuschätzen.

Wir haben allerdings auch tolle Begegnung gemacht. Auf dem Weg von Dudhnai in Richtung des Meghalaya Gebirges, wurden wir zum Beispiel von Leuten, die sich an einem Aussichtspunkt getroffen hatten, um ihre neue Stelle als Bauingenieure zu feiern, zu einem Bierchen eingeladen. Da es bald schon dunkel wurde, boten sie uns an bei Ihnen zu übernachten. Nach 20km zu ihrem Dorf, gab es dann noch weitere Biere etwas zu essen. Was allerdings viel schöner war, war es sich mit Leuten mal wieder gut verständigen zu können. Einer unserer schönsten Abende in Indien. 

Ein weiteres Highlight in Indien, war es eine Gruppe von 4 weiteren Europäischen Radreisenden getroffen zu haben, mit denen wir seitdem zusammen durch Indien und Myanmar reisen. Die ersten Radreisenden, die wir in Südostasien getroffen haben. Man hat zu zweit zwar auch jemanden mit dem man reden kann, aber eine große Gruppe, ist dann doch unterhaltsamer und macht mehr Spaß.

Generell hatte Indien auch seine guten Seiten. Es gab recht gute Straßen, durch den Dschungel, man hat viel gelernt, zum Beispiel dass man auch mal früher als 7 Uhr aufstehen kann, damit man der Hitze ein wenig entgeht. Es war eine sehr interessant Erfahrung, die uns fürs Leben bleibt. Für jede dieser Erfahrungen machen wir die Tour. Nächstes Land ist dann Myanmar.

4.-14.3.2019, Kathmandu-Alipurduar

Zehn Tage mit vielen neuen Eindrücken.

Es ging los in Kathmandu, nach ungefähr drei Wochen, das erste Mal wieder mit gepackten Taschen auf den Rädern und mit einer längeren Tagesetappe vor uns. Ein schönes Gefühl...

An den Verkehr hatten wir uns in den Tagen in Kathmandu schon leicht gewöhnt, allerdings ist es auf den Landstraßen nochmal was ganz anderes. LKW’s, die andere LKW’s überholen, obwohl man auf der Gegenfahrbahn entgegenkommt. Dies wird dann mit lautem Hupen einfach legitimiert. Generell, hatten wir bis jetzt noch kein Land in dem der Verkehr so unberechenbar ist und so viel gehupt wird. 

Es ging von Kathmandu aus in den südlichen Teil Nepals, in Richtung Janakpur. Auf dem Weg haben wir einen ordentlichen Kulturschock bekommen. Auf einmal befindet man sich in Dörfern, die sich gefühlt noch im 18. Jahrhundert befinden. Menschen, die von der Subsistenzwirtschaft leben, die ihre Felder noch von Hand oder mit Hilfe von Kühen bewirten und die ihr Wasser von Hand hochpumpen müssen. Generell merkt man, dass die Menschen in diesen Ländern noch deutlich ärmer sind als die aus den anderen Ländern, die wir bis jetzt bereisten.

In den ersten Nächten in dem neuen Umfeld, taten wir es uns mal wieder schwer vernünftige Plätze zum campen zu finden. So schliefen wir meist sehr unruhig, mal auf einem kleinen Hügel direkt neben der Straße, mal in einem kleinen Waldstück, das umgeben von Feldern war, wo uns am nächsten morgen gefühlt das halbe Dorf besucht hat. 

Durch einem Tip eines anderen Radreisenden, haben wir es mal in Tempeln und Schulen versucht, was super funktioniert. 

Außerdem gibt es auch gut geeignete Schlafplätze in der Wildnis und zu zweit ist es natürlich leichter bei einer Warmshower unterzukommen.

Von Janakpur ging es weiter nach Osten über die Indische Grenze. Nachdem wir in Nepal noch einige Tage auf staubigen, nicht geteerten Sandstraßen verbringen mussten, waren wir und unsere Hinterteile sehr glücklich über die traumhaft ausgebauten Straßen von West-Bengalen.

Dort wartete, mit der Beschaffung einer SIM Karte ein weiteres Problem auf uns. Man kann in Indien nämlich nicht einfach so eine SIM Karte kaufen, man muss dafür zu einem (in unserem Fall) offiziellen Vodafone-Shop gehen, mit seinem Reisepass, einer Kopie von diesem, einem Passfoto und einer indischen Telefonnummer. Dort muss man dann einige Formulare ausfüllen. Danach hat man dann allerdings auch 1,45GB am Tag für einen Monat für nur 500 indische Rupien. 

Was wir auch bis jetzt auf dieser Tour noch nicht hatten, waren Strecken durch den Dschungel. Nur wir beide, Schilder mit wilden Tieren drauf, einige Affen, die am Straßenrand hocken, ab und zu mal ein paar Hütten und die Natur, wundervoll. Wenn man die Autos mal ausblendet.